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Eine «Kulturkonferenz» und ein Kulturhearing für die Stadt Bern

Zwei Offensiven: Lukas Vogelsang, Herausgeber des Kulturmagazins «ensuite», beteiligt sich an einer «Kulturkonferenz» – und die Stadt Bern lädt wichtige Kulturakteure zum Gespräch.

Bereits im kommenden Juni soll «mit etwas Glück und gutem Einsatz» ein «Grobkonzept» für die Berner Kultur vorliegen. Lukas Vogelsang, Herausgeber des Kulturmagazins «ensuite» und mitunter provozierender kulturpolitischer Querdenker, hat zu diesem Zweck mit zwei Mitstreitern eine «Berner Kulturkonferenz» ins Leben gerufen.

«Es geht um Inhalt. Es geht nicht um Geld», heisst es auf der Website, die anfangs der Woche aufgeschaltet worden ist. Zu den Initianten dieser «öffentlichen Denkwerkstatt für kulturelle Inhalte» gehören neben Vogelsang auch Kornhaus-Leiter Bernhard Giger und die Kunstsammlerin Carola Ertle. Vogelsang erinnert daran, dass die städtische Kultursekretärin Veronica Schaller seit Jahren von Visionen nichts wissen wolle, «die inhaltliche Diskussion von sich stösst und «den Ball den Kulturschaffenden zuwirft». Tatsache ist: Die Stadt Bern verfügt seit dem Ende der Legislaturperiode 2008–2011 über keine Strategie für die Kulturförderung im Sinne verbindlicher Zielsetzungen und eines Massnahmekatalogs.

«Das finde ich mutig»

«Kulturkonferenz»-Mitinitiant Bernhard Giger hatte unlängst in einem «Bund»-Gastbeitrag einen kulturpolitischen «Stillstand in der Stadt» beklagt und eine Kulturoffensive gefordert. Er vermisst trotz regelmässiger «Aufreger» wie der Stadttheater-Sanierung und der Forderung der Jungfreisinnigen, die Kunsthalle zu schliessen, eine fundierte Debatte über die künftige Strategie und die Schwerpunkte der Stadtberner Kulturpolitik. Von der nun lancierten «Kulturkonferenz» werden bis Ende März Interessierte gesucht, die bereit sind, in nach Kultursparten unterteilten Fachgruppen mitzuarbeiten. Vogelsang mag das «Jekami-Prinzip», weil es «weniger verlogen» sei, als wenn man sogenannte Professionelle machen lasse. Gleichwohl würden einige Persönlichkeiten aus der Kulturszene auch gezielt zur Mitarbeit eingeladen: «Ich bin sowieso überrascht, wie viel Anklang das Projekt bis heute schon gefunden hat.»

Am 6. März ist eine erste öffentlich zugängliche Konferenz angesetzt, die Vogelsang als «Branchen- und Themenseminar» versteht. Die Ergebnisse ihrer Bemühungen wollen die Initianten auch der Politik zur Verfügung stellen. Auch die Stadt ruht nicht: Sie führt ein grosses Kulturhearing durch. Stadtpräsident Alexander Tschäppat hat für den 27. Januar Repräsentanten der subventionierten Betriebe, Mitglieder der Kulturförderungskommissionen, ausgewählte Einzelpersonen, Vertreter von Pro Nachtleben, Bekult sowie die Kulturgruppe des Stadtrates ins Kornhausforum eingeladen. Der Gemeinderat muss bereits im Sommer Grundsatzentscheide über die Subventionsperiode 2016–2019 fällen; dabei fallen etwa die «Leuchttürme» Zentrum Paul Klee und Kunstmuseum weg, da beide künftig ausschliesslich vom Kanton subventioniert werden. Die Abteilung Kulturelles erarbeitet auf verschiedenen Ebenen «Inputs für die Entscheidfindung». Im ersten Halbjahr 2015 werden Stadtrat und Berner Stimmbürger die entsprechenden Finanzentscheide treffen.

Vom städtischen Kulturhearing, für das er keine Einladung erhalten hat, verspricht sich Lukas Vogelsang nicht besonders viel: «Was sollte ich erwarten? Dass sich 100 Leute innerhalb von ein paar Stunden einig werden über ein Kulturkonzept. Das finde ich mutig.»

www.kulturkonferenz.ch

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