Eine komplette Trennung der Fangruppen ist nicht möglich

FCB- und FCZ-Fans reisen für den Cupfinal gestaffelt an. Die Regelung stösst bei SBB, Fanbetreuern und Politikern auf Zustimmung. Auch die Restaurantbetreiber, die Lokale am Rande der Routen führen, sind gelassen.

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Dieses Jahr sollen weder Feuerwerkskörper noch Steine durch die Berner Innenstadt fliegen. Um vor dem Cupfinal vom kommenden Montag Ausschreitungen zwischen FC-Zürich- und FC-Basel-Anhängern zu verhindern, hat die Stadt Bern die Bewilligung für das Spiel sowie die Fanmärsche an gewisse Auflagen geknüpft.

Fans reisen gestaffelt an

«Ziel ist es, Konflikte zu vermeiden und die Fans möglichst weitgehend zu trennen», sagt Corinne Müller, Mediensprecherin der Berner Kantonspolizei. Deshalb sollen die Gruppen gestaffelt anreisen und verschiedene Wege einschlagen. Geplant ist, dass die Zürcher Fans mit drei Extrazügen zwischen 9.30 Uhr und 10 Uhr anreisen. Sie sollen über die Westpasserelle – die Welle – über den Bubenbergplatz, die Schauplatzgasse und die Amthausgasse zum Münsterplatz marschieren, wo sie sich versammeln. Um elf Uhr startet der Fanmarsch in Richtung Stadion über die Nydeggbrücke und den Aargauerstalden hinauf.

Kurz darauf erst treffen die Basler Anhänger beim Hauptbahnhof mit zwei Extrazügen ein. Auch diese Fangruppe soll den Bahnhof über die Welle verlassen, dann aber nach der Schauplatzgasse links in den Waisenhausplatz einbiegen und über die Kornhausbrücke und den Viktoriaplatz direkt zum Stadion gelangen. Kantonspolizisten in orangen Leuchtwesten würden die Fans auf den «richtigen» Weg weisen, sagt Müller. Auch Fanbegleiter beider Teams sind auf der ganzen Reise mit dabei.

Es werde bestimmt ein Anlass «voller Emotionen», sagt Müller. Eine komplette Trennung der beiden Fangruppen werde aber nicht möglich sein, zumal sich «sicher auch Fans in der Innenstadt aufhalten werden». «Wir setzen uns aber dafür ein, dass der Anlass friedlich verläuft.» Wie viele Polizisten im Einsatz sein werden, gibt Müller nicht bekannt.

Fanbetreuer einverstanden

Die SBB stellen neun Extrazüge zur Verfügung, die insgesamt rund 9000 Fans pro Mannschaft fassen. «Zusätzlich erhöhen wir die Sitzplatzzahl der nach Fahrplan fahrenden Züge», sagt Stephan Wehrle, Mediensprecher der SBB. Im Vergleich zum Cupfinal vor einem Jahr, wo es beim Hauptbahnhof zu einem Gedränge zwischen den Fans gekommen ist, würden Reisende nun entlastet, sagt Wehrle. Den SBB wäre es «natürlich lieber gewesen», die Extrazüge direkt in die Bahnhöfe Ostermundigen und Wankdorf zu lenken. «Wir machen jetzt aber nicht die Faust im Sack, sondern hoffen, dass diese Variante gut geht», sagt Wehrle.

Mit den ausgearbeiteten Routen gibt sich Patrick Lienhart, Medienverantwortlicher des FC Zürich, zufrieden. Der Verein habe «ein sehr gutes Einvernehmen mit den Fanbetreuern». Wie viele davon in den Zügen sowie bei den Märschen dabei sind, sagt Lienhart nicht. Von der Planung überzeugt ist auch die Berner Nationalrätin Aline Trede (Grüne). Sie hatte sich im Zusammenhang mit dem Personenbeförderungsgesetz dagegen gewehrt, dass Fans ausschliesslich mit Extrazügen an Auswärtsspiele fahren dürfen. «Es ist richtig, dass die Fans marschieren können, gleichzeitig aber auch die Verantwortlichkeiten klar geregelt wurden», sagt sie.

Gelassene Gastronomen

Die Restaurantbetreiber rund um den Waisenhausplatz sehen dem Cupfinal gelassen entgegen. «Wir werden die Gäste gerne bedienen und hoffen, dass es ruhig bleibt», sagt etwa Nilo Nilovic vom Ristorante Luce. Urs Riesen, Geschäftsführer der Cowboys-Bar, eines beliebten Treffpunkts von YB- und SCB-Fans, wird sein Lokal an der Speichergasse allerdings statt am Mittag erst um 18 Uhr öffnen. «Wir haben keine Lust darauf, dass uns die Fans die Türe einrennen, um zu randalieren», sagt er. Im vergangenen Jahr hatten FCB-Fans die Scheiben eingeschlagen.

Sicherheitsdirektor Reto Nause möchte sich nicht mehr zum Vorgehen äussern. Komme es zu Ausschreitungen, könne die Bewilligung für das Spiel zu jedem Zeitpunkt entzogen werden, heisst es vonseiten seiner Direktion.

Der Bund

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