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Eine Grüne für die KWO

Die Fraktionspräsidentin der Grünen im bernischen Grossen Rat, Christine Häsler, wird Leiterin Public Affairs beim Berner Oberländer Energieunternehmen KWO AG. Sie nimmt bei den Kraftwerken Oberhasli einen 60-Prozent-Job an.

Die Grüne Christine Häsler leitet künftig die Öffentlichkeitsarbeit der KWO und lobbyiert für die Erhöhung der Grimselstaumauer ein. (Archiv: Adrian Moser)
Die Grüne Christine Häsler leitet künftig die Öffentlichkeitsarbeit der KWO und lobbyiert für die Erhöhung der Grimselstaumauer ein. (Archiv: Adrian Moser)

Häsler wird einem vierköpfigen Team vorstehen, dem auch der bisherige Leiter Public Affairs, Dres von Weissenfluh, angehört. Das teilte die KWO AG am Dienstag mit respektive gab von Weissenfluh selber auf Anfrage bekannt.

Von Weissenfluh ist der frühere Vorsteher des Wirtschaftsamts der Stadt Bern und Leiter der Wirtschaftsförderung der Region Bern. Das von Häsler geleitete Team wird sich um Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Vernetzung der KWO AG kümmern.

Das Engagement von Häsler begründet die KWO in ihrer Mitteilung mit den bedeutenden Projekten, welche das Unternehmen umsetze oder in der Planung habe. Gemeint ist damit das grosse Investitionsprogramm KWOplus, zu dem auch die äusserst umstrittene Erhöhung der Grimselstaumauer gehört.

Umweltorganisationen bekämpfen dieses Projekt, weil der höhere Wasserspiegel ein geschütztes Moorgebiet und ein Gletschervorfeld überfluten würde.

Häsler bleibt Fraktionspräsidentin

Häsler sagte auf Anfrage, sie befürworte die Erhöhung der Grimselstaumauer. Sie gehe zu den KWO, weil die Wasserkraft ein zukunftsträchtiger Bereich sei und sie als Tochter eines Kraftwerk- Betriebsleiters viel damit am Hut habe.

Die Berner Oberländerin befürchtet nicht, dass ihr neuer Job ihre Akzeptanz als Fraktionspräsidentin der Grünen beeinträchtigen könnte. Jedes Mitglied des Grossen Rats vertrete irgendwelche Interessen und viele Grüne stünden ja hinter der Wasserkraft und ein Teil auch hinter der Erhöhung der Grimselstaumauer.

Ihr Grossratsmandat und das Fraktionspräsidium will Häsler behalten. Es ist nicht das erste Mal, dass Häsler für ein Energieunternehmen arbeiten wird: Letztes Jahr übernahm sie zusammen mit dem Präsidenten der FDP des Kantons Bern, Peter Flück, ein Mandat der BKW. Im Auftrag des bernischen Energiekonzerns erstellte sie eine Expertise zur Frage, wie die Akzeptanz von Kleinwasserkraftwerken erhöht werden kann.

Kropf: Interessenskonflikt Ja - aber lösbares Problem

Der Präsident der Grünen des Kantons Bern, Blaise Kropf, sagte am Dienstag auf Anfrage, der neue Job könne für Häsler zu gewissen Interessenkonflikten führen. Solche Konflikte seien aber bei einem Milizparlament nichts Ungewöhnliches. Wichtig sei, wie man damit umgehe.

So sei für die Geschäftsleitung der Partei klar, dass Häsler bei bestimmten Themen, etwa einer allfälligen Konzessionsvergabe für ein Kraftwerk der KWO, nicht die Position der Grünen im Grossen Rat vertreten könne. Auch Häsler sei sich bewusst, dass sie sich nun bei bestimmten Dossiers zurückhalten müsse.

SDA/dam

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