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Ein Tête-à-tête ist bald auch in Berns Jugendherberge möglich

Die Berner Jugendherberge wird saniert: Die Zimmer sollen kleiner werden, und zum Teil mit eigenem Bad ausgestattet sein. Die Stadt hilft mit einem Darlehen von drei Millionen Franken.

«Die Jugendherberge ist wichtig für den Tourismus in Bern», sagt Gemeinderätin Barbara Hayoz (fdp). Wer hier im jungen Alter einmal gewesen sei, komme vielleicht dank seinen guten Erinnerungen auch später, mit Familie, für Ferien wieder nach Bern zurück.

Der Gemeinderat will sich mit einem Darlehen über drei Millionen Franken an der Sanierung beteiligen, die in der Berner Jugendherberge an der Weihergasse 4 im Marzili ansteht, wie er gestern mitteilte. Die restlichen vier Millionen, welche die Sanierung kostet, trägt die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus (SSST), die als Partnerorganisation des Vereins Schweizer Jugendherbergen Berns «Jugi» betreibt. Sie übernimmt die Liegenschaft dafür im Baurecht für 50 Jahre von der derzeitigen Besitzerin, den Stadtbauten Bern.

Erwirtschaftet die sanierte Jugendherberge dereinst einen Gewinn, wird dieser für die Zinsen und zur Abzahlung der Schuld bei der Stadt verwendet; im Fall eines Verlusts deckt die Stadt die jährlichen Darlehenskosten. Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Jugendherberge in 50 Jahren nie einen Gewinn macht, beträgt die Belastung der Stadt maximal 5,7 Millionen Franken – oder: Sie bezahlt im Jahr zwischen 0 und maximal 165 000 Franken. «Das ist ein kleines Risiko», betont Hayoz.

Auch SSST-Geschäftsleiter René Dobler blickt guten Mutes in die Zukunft, auch wenn die Jugendherberge in den letzten zwei Jahren leicht defizitär war. Er rechne damit, dass der modernisierte Betrieb nach einer Anlaufzeit von drei bis fünf Jahren schwarze Zahlen schreibe. Dies zeige der Erfahrungswert aus Zürich, wo die Jugendherberge ähnlich saniert worden sei. «Es dauert immer eine Weile, bis sich ein neues Angebot herumgesprochen hat und die Reiseführer aktualisiert sind», sagt er.

Kleinere Zimmer, eigenes Bad

Mit der Sanierung will die «Jugi» ihre 20-Betten-Zimmer für Massenlager umwandeln in kleine Räume. «Das entspricht dem Wunsch unserer Gäste nach mehr Privatsphäre», sagt Dobler. Neu soll es je neun Doppel- und Viererzimmer mit eigener Dusche und Toilette geben. Dafür wird der Trakt des Gebäudes zur Aare hin komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. An den bestehenden 22 Vierer- und Sechser-Schlägen des anderen Haustrakts wird nichts verändert; die Bettenzahl von 180 bleibt sich ungefähr gleich. Was Dobler wichtig ist: «An unserer Preispolitik ändert sich nichts.» Nach wie vor solle die Jugendherberge für jedermann erschwinglich sein. In den neuen Doppel-Zimmern werde eine Übernachtung höchstens 50 Franken kosten.

Das Darlehen wird nun dem Berner Stadtrat unterbreitet. Dobler rechnet damit, dass die SSST die Jugendherberge im Frühling übernehmen kann. Dann werde der Neubau in einem Architekturwettbewerb ausgeschrieben. So könnte im Herbst 2011 mit der Sanierung begonnen werden.

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