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«Wählbar»: Ein Start mit Köpfli

Wer denkt schon jetzt an die kantonalen Wahlen in 18 Wochen? Wohl nur Leute mit Köpfchen.

Köpflis Spruch: «Regierungsrat mit Köpfli».
Köpflis Spruch: «Regierungsrat mit Köpfli».
Manu Friederich (Archiv)

Der Grünliberale Michael Köpfli hat in diesen Tagen den Regierungsratswahlkampf so richtig eröffnet. Er ist der erste Kandidat, der auf Plakaten zu sehen ist. Damit hat Köpfli die Aufmerksamkeit vorderhand auf sich gelenkt. Diese braucht er auch, Köpfli steigt als Aussenseiter ins Rennen.

«Möglicherweise kopierte Köpfli diesen Frühstart ja bei mir», sagt FDP-Konkurrent Philippe Müller. Bei den letzten Wahlen sei er der Erste gewesen, der im Raum Bern auf Plakaten sichtbar gewesen sei. Das habe Medienpräsenz generiert. Nun setzt Müller primär auf persönliche Gespräche. Das sei aufwendig, aber «persönlicher als Plakate».

Es gibt auch Leute, die finden, dass das Geld für die frühen Plakate zum Fenster rausgeworfen ist. Alt-BDP-Grossrat Dieter Widmer ist dieser Ansicht, wie er auf Twitter kundtat. Ausgerechnet er produzierte jedoch vor fast vier Jahren einen monumentalen Kampagnen-Flop. «Hol schon mal den Wagen, Kurt. Wir fahren nach Bern», hiess es in Derrick-Anlehnung auf seinem Plakat. Danach wurde Widmer abgewählt.

Auch Köpflis Spruch wirkt allmählich abgedroschen: «Regierungsrat mit Köpfli». Das Wortspiel ist nicht neu. Bei den letzten Nationalratswahlen warb er mit dem Slogan «Bertschy mit Köpfli». Kathrin Bertschy schaffte die Wiederwahl, Köpfli wurde erster Ersatz.

Jetzt gibt es wieder ein Wahlkampfduo mit Köpfli. Am Rand seines Plakats ist in kleinen Buchstaben der Name von Hans Kipfer aufgeführt. Kipfer ist der Regierungsratskandidat der EVP. Er bildet mit dem bekennenden Freidenker Köpfli ein verschrobenes Mitte-Tandem. Dass EVP und GLP gemeinsame Sache machen, sind mittlerweile keine Breaking News mehr.

Und wo sind Evi Allemann (SP), Christophe Gagnebin (SP) und Christine Häsler (Grüne)? Sie teilen mit, dass die rot-grüne Kampagne erst nach Neujahr starte. Schon am Montag aber steigen alle Kandidierenden erstmals in den Ring. Dann findet in der Berner Rathaushalle das erste Podium statt. Auch die Bisherigen sind dabei.

Nur Christoph Neuhaus (SVP) hat sich entschuldigt. Es ist aber nicht so, dass ihm als designierter Methusalem – im Falle einer Wiederwahl wäre er der amtsälteste Regierungsrat – die Lust auf solche Anlässe vergangen ist. Das Gerücht, dass er gleichzeitig einen Termin bei der Allgemeinen Plakatgesellschaft hat, wird auch nicht bestätigt. Neuhaus muss arbeiten, er hat eine Sitzung mit der Kesb-Begleitgruppe.

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