«Aufgetischt»: Ein Römer, der aus dem Osten kam

Das Restaurant aus dem Züri West-Song hat neue Betreiber. Die kochen solides Essen.

Das Restaurant Römer im Berner Lorrainequartier.

Das Restaurant Römer im Berner Lorrainequartier. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Dank Züri West ist der Römer wohl eines der bekanntesten Berner Restaurants. Im gleichnamigen Lied singt Kuno Lauener davon, dass er nach der Büez in besagtem Lokal sitze und den Leuten das Du anbiete. Fast zwanzig Jahre lang führte der Italiener Alessandro La Marra die Quartierbeiz in der Lorraine, ehe er sich 2016 aus dem Geschäft zurückzog. Nun ist der Römer in neuen Händen und habe balkanische Wurzeln, ist der Website des Lokals zu entnehmen. Zeit für einen Testbesuch. Als Erstes fällt das neue Logo auf. Der behelmte Römer ist verschwunden und wurde durch das Kolosseum ersetzt. Dem Testesser schwant Böses: Wurde in der liebenswert schrulligen Beiz etwa ein geschliffenes Gastrokonzept umgesetzt? Beim Betreten wird rasch klar: Nein, die Ausrichtung ist geblieben, die Einrichtung ebenfalls. Die Holzmöbel, die dunklen Deckenventilatoren und die rustikalen Hängelampen, alles noch da. Und noch etwas ist geblieben: die Freundlichkeit. Die Gastgeber erledigen ihre Aufgabe mit viel Herzblut und Engagement.

Die Karte trumpft mit Italienischem auf. Wobei hier und da Gerichte auftauchen, die man beim Italiener sonst selten findet – das Cordon bleu und der Rauchlachs mit Senf-Dill-Sauce etwa. Auch die drei Mittagsmenüs sind nicht gerade typische Vertreter der Cucina italiana: Pizza mit Fleischkäse, Röstitaschen mit Käsefüllung und Schweineschnitzel an Pilzrahmsauce. Dazu Suppe oder Salat. Die Begleiterin wählt das Schweineschnitzel mit Salat (Fr. 19.80). Der Testesser bestellt Spaghetti al Pesto als Tageshit mit Salat (Fr. 19.80).

Ruckzuck steht der Salat auf dem Tisch. Eine schöne Portion frischen Grüns. Schade, dass die dazu gereichten Brötchen nicht mehr ganz so frisch sind und die Salatsauce etwas langweilig ist. Wenig später stehen bereits die Hauptgänge vor uns. Die Spaghetti sind bissfest gekocht. Die Pesto genovese schmeckt intensiv nach Knoblauch, was dem Testesser gefällt, und hat ein leicht säuerliches Aroma, was dem Testesser missfällt und an Fertigsaucen aus dem Supermarkt erinnert – obwohl die Pesto hausgemacht ist, wie die Speisekarte betont. Die Begleiterin hat an ihrem Schweineschnitzel nichts auszusetzen. Ihr Urteil: Mit Blick auf den Preis sei das ein solides Essen. Das kann man als Fazit so stehen lassen. (Der Bund)

Erstellt: 06.01.2018, 13:39 Uhr

Die Rechnung, bitte

Karte: Pizza und Pasta dominieren die italienisch geprägte Karte. Es gibt aber auch Gerichte, bei denen primär der Name, aber weniger die Herkunft italienisch ist, der Salmone fumato (Rauchlachs mit Senf-Dill-Sauce) etwa und das Cordon bleu di Maiale.

Preise: Die Pizza Margherita kostet 15.70 Franken, die teuerste Kreation – mit Kalbfleisch, Pesto und Knoblauch – 25.50 Franken. Ein Pastahauptgang ist ab 16.80 zu haben.

Kundschaft: Viele Stammkunden aus dem Quartier, Büezer genauso wie Herren im Anzug.

Öffnungszeiten: 8 bis 23.30 Uhr, Samstag 17 bis 23.30 Uhr, Sonntag 10 bis 22 Uhr.

Adresse: Restaurant Römer, Turnweg 18, 3013 Bern, info@restaurant-roemer.ch.

Tel: Tel. 031 331 00 88

Artikel zum Thema

«Aufgetischt»: Gastronomie im Bürogürtel

Am liebsten möchte man an der Stauffacherstrasse immer noch feiern – doch auch das Restaurant Freibank macht gute (Herbst-) Laune. Mehr...

«Aufgetischt»: Dählhölzli statt Mittelmeer

An der Berner Thunstrasse ist Sonne und Italianià zu finden. Zum Beispiel in der Focacceria 93 oder im Solarium unweit davon. Mehr...

«Aufgetischt»: Gegen Spritzer gibts ein Papierlätzchen

Im Berner Ristorante Il Profeta hat der Sohn des ehemaligen Wirtenpaars übernommen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Erinnerungen eines alten Hippiemädchens

Sweet Home Der Herbst zieht ein

Werbung

Fussballinteressiert?

Hintergrundinformationen, Trainerdiskussionen und Pseudo-Expertentum vom Feinsten.

Die Welt in Bildern

Das knallt: Touristen flanieren durch die blutroten Sommerzypressen-Felder im japanischen Hitachinaka. Diese intensive Farbe nehmen die Pflanzen jeweils im Herbst an. (22. Oktober 2018)
(Bild: Toru Hanai) Mehr...