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Ein Papier für die Galerie

Die Kulturstrategie, die Franziska Burkhardt ausarbeiten soll, wird für die Kulturszene kaum von Bedeutung sein.

Ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden: Franziska Burkhardt.
Ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden: Franziska Burkhardt.
Valérie Chételat

Franziska Burkhardt kann eigentlich nur verlieren. Noch bevor sie mit der Erarbeitung der Stadtberner Kulturstrategie 2017–2020 gestartet ist, hat sie die Szene, mit der sie zusammenarbeiten sollte, bereits gegen sich. Das liegt einerseits am unglücklichen Vorgehen der Abteilung Kulturelles, die den sensiblen Auftrag gleichsam unter Ausschluss der Öffentlichkeit vergeben wollte, andrerseits am eher kruden Kulturbegriff in der Ausschreibung des Auftrags, wonach die Kulturstrategie auch Quartieraktivitäten, Tourismus, Nachtleben, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migra­tions­hinter­grund, Kinder- und Jugendkultur, Denkmalpflege, Baukultur, Bibliotheken, Ausbildungsstätten «usw. usf.» beinhalten soll. «Kultur ist alles, was nicht Natur ist», stand zwar auch in der Stadtberner Kulturstrategie 2008–2011 zu lesen. Darin wurde aber auch betont, es gelte, sich unter den Hunderten von Kulturdefinitionen für eine zu entscheiden. Und dass in der Kulturpolitik der Begriff von Kultur erst recht eingegrenzt werden müsse. Unter der aktuellen Leitung der Abteilung für Kulturelles fehlt selbst der Mut für eine solch grobe Fokussierung, die nicht ideologisch motiviert, sondern schlicht praxis­orientiert ist.

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