«Erich Hess als Gemeinderatskandidat wäre schwierig»

Die Präsidentin der Stadtberner GLP, Gabriela Blatter, sieht Erich Hess in keinem Exekutivamt.

Dass die SVP den Hardliner Erich Hess als Stadtratspräsident vorschlägt, kommt für Gabriela Blatter von der GLP überraschend.

Dass die SVP den Hardliner Erich Hess als Stadtratspräsident vorschlägt, kommt für Gabriela Blatter von der GLP überraschend.

(Bild: Beat Mathys)

Noah Fend@noahfend

Frau Blatter, wie finden Sie den Vorschlag, Erich Hess als Kandidaten für das Stadtratspräsidium aufzustellen?

Grundsätzlich ist die Nomination der SVP-Fraktion überlassen. Die Frage ist aber, ob jemand, der so stark polarisiert wie Erich Hess, auch gewählt wird. Vielleicht wäre es aber trotzdem gut, ihn zu wählen. In einer solchen Funktion könnte er nämlich nicht mehr so polarisierend auftreten. Normalerweise schlägt man aber für ein Ratspräsidium nicht eine so polarisierende Person vor.

Sind Sie also überrascht von der Idee der SVP?
Ja, normalerweise wird für eine solche Funktion jemand nominiert, der konziliant, integrativ und einend ist. Diese Fähigkeiten lässt Erich Hess bis jetzt meist vermissen.

Würden Sie Erich Hess denn als Stadtratspräsident wählen?
Das müssen wir in der Fraktion diskutieren. Kategorisch ausschliessen würde ich das zum heutigen Zeitpunkt nicht. Es hätte ja auch positive Seiten: Die Verantwortung eines Ratspräsidenten würde Erich Hess wahrscheinlich ein wenig zähmen, denn er könnte sich an der inhaltlichen Diskussion nicht mehr beteiligen, was ein Vorteil sein könnte. Wir würden es aber schätzen, wenn die SVP einen anderen Kandidaten aufstellen oder mindestens ein Zweierticket präsentieren würde.

Was müsste Erich Hess denn konkret ändern, damit er für Sie zu einem wählbaren Kandidaten wird?
Er dürfte sich nicht mehr so polarisierend äussern und müsste mehr lösungsorientiert auftreten. Das würde ich übrigens nicht nur von Erich Hess verlangen. Alle, die für ein Ratspräsidium kandidieren, müssen die Haltung eines Gremiums repräsentieren und vertreten können und dafür auch mal Eigeninteressen zurückstecken.

Gegenüber dem «Bund» hat er auch eine Kandidatur für den Gemeinderat nicht ausgeschlossen.
Generell sehe ich keine Links- oder Rechtsaussen-Politiker in einem Exekutivgremium wie dem Gemeinderat. Ein Amt als Gemeinderat verlangt eine pragmatische, lösungsorientierte und kompromissbereite Art, Politik zu machen. Problembewirtschaftung, wie sie Erich Hess pflegt, passt in kein Exekutivamt.

Wäre das BGM-Bündnis in Gefahr, falls die SVP Erich Hess als Gemeinderatskandidaten aufstellen würde?
Ein BGM-Bündnis mit Erich Hess als Kandidat für den Gemeinderat wäre bei unserer Wählerschaft schwierig. Ob damit das ganze Bündnis in Gefahr wäre, kann ich zum heutigen Zeitpunkt aber nicht einschätzen.

DerBund.ch/Newsnet

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