Egger: Abstimmungskampf eröffnet - Tram Region Bern ist «nicht teuer»

Der Abstimmungskampf zum Tram Region Bern ist eröffnet.

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Sieben Wochen vor dem Urnengang in Bern, Köniz und Ostermundigen hat Stadtpräsident Alexander Tschäppät gemeinsam mit den Amtskollegen Ueli Studer und Thomas Iten für ein Ja zu dem «Schlüsselprojekt» geworben.

Unterstützt wurde das Trio von der kantonalen Bau- und Verkehrsdirektorin Barbara Egger. Auch sie betonte am Montag vor den Medien, die Umstellung der Linie 10 von Bus auf Tram sei wegen der wachsenden Passagierzahlen zwingend, fördere die wirtschaftliche Entwicklung und bringe allen drei Gemeinden einen Mehrwert.

495 Millionen Franken soll das neue Tram kosten. Den Löwenanteil übernehmen Bund und Kanton Bern; sie haben insgesamt 364 Millionen Franken zugesagt. Die drei Standortgemeinden sollen knapp einen Fünftel an die Kosten beitragen. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten am 28. September.

Kein Luxusprojekt

Kritiker halten das Projekt für zu teuer. «Das stimmt nicht», widersprach Regierungsrätin Egger vor den Medien. Pro Kilometer entstünden Kosten von 44 Millionen Franken; verglichen mit anderen Projekten in der Schweiz sei das Tram Region Bern damit relativ günstig.

Das Tram Zürich West zum Beispiel habe fast 77 Millionen Franken pro Kilometer gekostet, für das vom Volk verworfene Erlenmatt Tram in Basel wären 56 Millionen Franken pro Kilometer nötig gewesen.

Erst recht preiswert erscheine das Tram Region Bern im Vergleich zu anderen Mobilitätsprojekten, bemerkte Egger. So verschlingt die Bieler A5-Umfahrung rund 250 Millionen Franken pro Kilometer.

«Für einen verhältnismässig kleinen Einsatz erhalten Bern, Köniz und Ostermundigen nicht nur einen leistungsfähigeren öffentlichen Verkehr, sondern auch eine Aufwertung des öffentlichen Raums und eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur auch im Untergrund», stellte Egger fest.

«Gut für die Wirtschaft»

Für die wirtschaftliche Entwicklung von Städten und Agglomerationen sei eine gute öV-Erschliessung entscheidend. So sei in Zürich mit der Glatttalbahn ein ganz neues Wirtschaftszentrum entstanden.

So sieht es auch der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Die wirtschaftliche Entwicklung entlang der Linie 10 werde in den kommenden Jahren weitergehen, «ich erinnere nur an die bevorstehende Umnutzung des heutigen Post-Hauptsitzes in der Schönburg und des Swisscom-Gebäudes bei der Waldeck».

Gegner des Tramprojekts in der Stadt Bern monieren, zusätzliche Trams führten endgültig zu einem Kollaps in der Innenstadt. Tschäppät räumte ein, dass Markt- und Spitalgasse tatsächlich von Tramverkehr entlastet werden müssten. Deshalb habe man ja das Projekt einer zweiten Tramachse aufgegleist.

«Keine bessere Alternative»

Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten sieht seine Gemeinde «im Aufbruch». Die Siedlungsflächen vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen sollen weiter verdichtet werden. Der schon heute voll ausgelastete 10er-Bus und die überlastete Bernstrasse verfügten aber nicht über die Kapazitäten, um dem künftigen Wachstum Rechnung zu tragen.

Auch der Könizer Gemeindepräsident Ueli Studer sieht das Tram Region Bern als «Chance für eine positive Verkehrsentwicklung». Mit grossem Einsatz sei jahrelang nach den bestmöglichen Varianten gesucht worden. «Ich habe keinen Vorschlag erkennen können, der auch nur annähernd die Qualität von Tram Region Bern erreicht.»

rv/sda

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