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Egelsee ohne Entsorgungshof – und das möglichst subito

Der Berner Gemeinderat soll rasch Ideen für einen Begegnungsort vorlegen.

Fehl am Platz im Naherholungsgebiet: Der Entsorgungshof Egelsee.
Fehl am Platz im Naherholungsgebiet: Der Entsorgungshof Egelsee.
Franziska Scheidegger (Archiv)

Der Egelsee in Berns Osten ist ein beliebter Ort für Spaziergänge und ein Naherholungsgebiet. Doch wie die Faust aufs Auge gibt es auch ein Dienstgebäude der Stadtreinigung – und einen Entsorgungshof. Das ist praktisch für die Quartier­bewohner. Doch nicht nur sie nutzen die Stelle, um Materialien aller Art zu entsorgen: Viele, die von weiter her kommen, fahren mit dem Auto vor, was wiederum den Eltern die Haare zu Berge stehen lässt, deren Sprösslinge den Kindergarten in der Nachbarschaft besuchen. Dass eingezäunte Gelände beim See mit allem Drum und Dran muss weg, lieber schon heute als erst morgen, darüber war sich der Stadtrat im Grundsatz einig.

Zwei Vorschläge, eine Idee

Bereits im September 2013 hatten zwei Fraktionen im Berner Stadtrat Vorstösse eingereicht, die sich auf die Zukunft des frei werdenden Geländes beziehen. Die BDP/CVP-Fraktion formulierte ihr Anliegen in der zwingenden Form einer Motion – und setzte enge Fristen. Der Stadtrat wolle bis Mitte 2014 ein Nutzungskonzept auf dem Tisch haben und eine Kreditvorlage, einen Zeitplan, der ­bereits Makulatur ist. CVP und BDP schlugen in der Motion eine Begegnungsstätte vor, etwa mit einem Spielplatz samt Beizli.

Die SP wählte die weniger verbindliche Form eines Postulat, schlug aber weitgehend das Gleiche vor: ein Begegnungsort für Familien und Anwohner. Sobald der Entsorgungshof das Areal verlassen haben werde, sei eine Zwischennutzung anzustreben.

Noch ist vieles unklar

Am Donnerstagabend nun kamen beide Vorstösse ins Stadtparlament. Der Gemeinderat signalisierte, dass er beide akzeptieren würde, sofern auch der BDP/CVP-Vorstoss als Postulat eingereicht werde.

In der bereits vor einem Jahr verfassten Antwort legte die Stadtregierung dar, dass die Verschönerung der Umgebung des Egelsees eingebettet sei in grössere Vorhaben. Als früheste Massnahme ziehen im kommenden Herbst drei städtische Entsorgungshöfe – Forsthaus, Jubiläumsplatz und Egelsee – an den neuen grossen Standort auf dem Schermenareal um, für das der Stadtrat bereits früher einen Kredit von 15,7 Millionen Franken genehmigt hat. Mit dem Auszug der Strassenreinigung dauert es länger, dieser dürfte laut Gemeinderat wohl erst 2017 erfolgen. Zudem läuft im Hintergrund die Planung für die zweite Etappe des Stadtteilparks Wyssloch. Dem wolle man nicht vorgreifen, so der Gemeinderat. Weiter spielt die Zukunft des Tramdepot-Areals Burgernziel eine Rolle, weil es möglicherweise dort Schulräume und ein Quartier­zentrum geben könnte. Somit sei vieles ungewiss. Doch eins sei klar, so Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) in der gestrigen Ratsdebatte: Aus dem ­Unort solle ein Begegnungsort werden, darin seien sich eigentlich alle einig.

Kein «Providurium»

Grundsätzliche Bedenken äusserte einzig die SVP-Fraktion. Berns Osten erfreue sich schon jetzt einer privilegierten Wohnsituation. Im Namen der Fraktion warnte Alexander Feuz auch vor dem unbedachten Zulassen einer Zwischennutzung, die dann oft zu einem «Providurium» werde.

Die Fraktionen SP, BDP/CVP, GB, GFL/EVP und FDP machten sich für die Annahme beider Vorstösse stark – in der Form des Postulats. So geschah es denn auch: Das SP-Postulat wurde mit 54 zu 9 Stimmen ohne Enthaltung für erheblich erklärt, der zum Postulat gewandelte BDP/CVP-Vorstoss mit 55 zu 8, ebenfalls ohne Enthaltungen. Lukas Gutzwiller (GFL) sprach wohl vielen aus dem Herzen, als er sagte, nun gelte es, vorwärts zu machen. Es sei eigentlich komisch, dass der Entsorgungshof im Herbst zügle, aber die Stadt noch immer nicht genau wisse, was sie mit dem frei werdenden Platz anfangen wolle.

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