Zum Hauptinhalt springen

Druck auf Berns geschützte Werkstätten

Psychisch kranke IV-Bezüger sollen künftig mehr arbeiten. Dazu müssten sich die Unternehmen stärker beteiligen.

800 Millionen Franken will der Bundesrat mit der IV-Revision 6b ab 2019 jährlich sparen. Erreicht werden soll dies vorab mit einem neuen Rentensystem, bei dem die vierstufigen Renten wegfallen. Zudem sollen die psychisch kranken IV-Bezüger, die ungefähr 40 Prozent ausmachen, vermehrt in der freien Wirtschaft arbeiten. Ende Juni wurde diese zweite Etappe der 6. Revision in die Vernehmlassung geschickt. Der Kanton Bern prüft nun unter anderem, wie sich die Revision auf die kantonalen Leistungen für psychisch Kranke auswirken würde.

Betroffen wären auch die circa 1400 geschützten Arbeitsplätze für psychisch Kranke in privaten und kantonalen Tages- und Werkstätten, die der Kanton grossteils finanziert. «Durch den Verlust der Abstufung werden die Renten voraussichtlich mehrheitlich sinken», sagt Stefan Leutwyler, der stellvertretende Vorsteher des Alters- und Behindertenamts. Dass jeder IV-Bezüger dies ausgleichen könnte, indem er mehr arbeitet und so mehr verdient, sei unwahrscheinlich. Die Rentenkürzungen müssten daher durch höhere Ergänzungsleistungen ausgeglichen werden – «eine teilweise Verlagerung von Kosten vom Bund auf die Kantone», sagt Leutwyler.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.