Dringend gesucht: Neues Zuhause für französische Schule

2019 muss die Ecole Française aus ihrem Schulhaus im Sulgenrain ausziehen. Die Stadt müsse ihr bei der Suche nach einer neuen Liegenschaft helfen, fordert die FDP.

Die Suche für eine neue Bleibe verläuft harzig.

Die Suche für eine neue Bleibe verläuft harzig.

(Bild: von http://www.aefe-europe.net)

Simon Thönen@SimonThoenen

Es ist eine Schule wie aus dem Bilderbuch. Vor allem im Sommer, auf dem Weg ins Marzilibad, ist das freundliche Schulhaus im Sulgenrain wohl vielen Bernern und Bernerinnen aufgefallen. An der Ecole Française Internationale de Berne (EFIB) werden Kinder in französischer Sprache unterrichtet – nach französischem Lehrplan. Denn es handelt sich hier um eine von vielen Hundert Schulen, welche mit Unterstützung Frankreichs auf der ganzen Welt existieren. Das unterscheidet sie von der zweiten französischen Schule, der Ecole cantonale de langue française Berne in Wittigkofen, die, wie es der Name sagt, vom Kanton betrieben wird.

Die private EFIB existiert schon seit 1962. Doch sie muss das Schulhaus im Sulgenrain bald verlassen. Denn so wichtig für Paris die Weltgeltung der Frankophonie ist: Frankreich muss sparen und verkauft deshalb Liegenschaften im Ausland. «Der französische Staat hat angeordnet, dass wir bis spätestens Ende Juni 2019 ausziehen müssen», sagt Christian Schweikert vom Verwaltungskomitee der Schule. Diese Frist ist zwar seit langem bekannt. Doch ebenso lange sucht die private französische Schule in der Region Bern nach einem neuen Dach über dem Kopf.

«Die Suche verläuft harzig», sagt Schweikert. Einmal glaubte man schon am Ziel zu sein. Doch die Lösung auf dem Areal der früheren Gurtenbrauerei zerschlug sich im letzten Moment. Nun hofft Schweikert auf eine Liegenschaft in Bümpliz. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer seien vielversprechend verlaufen. «In zwei oder drei Wochen wissen wir hoffentlich mehr.» Doch falls sich auch diesmal nichts ergebe, werde es schwierig – denn die Frist bis Sommer 2019 läuft und die Schule müsste ja auch noch eingerichtet werden.

Nun müsse die Stadt Bern die Schule bei der Suche unterstützen, findet Bernhard Eicher, FDP-Fraktionschef im Stadtrat. Er will am Mittwoch eine entsprechende dringliche Motion einreichen. Allerdings hilft die Stadt schon seit längerem. Bereits 2013 erklärte der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) im «Bund», er bemühe sich um neue Räume für die Schule.

Stadt hilft bereits suchen

Sein Nachfolger Alec von Graffenried (GFL) sagt: «Wir würden es sehr bereuen, wenn die Schule schliessen müsste.» Er habe das Thema auch mit der französischen Botschafterin besprochen und der Schule empfohlen, sich auch an die Burgergemeinde zu wenden. Bereits 2016 habe der Gemeinderat Immobilien Stadt Bern (ISB) angewiesen, die EFIB bei der Suche zu unterstützen. ISB habe der Schule private Liegenschaften in Neubauten in Brünnen und im Wankdorf empfohlen. Seit Herbst 2017 habe ISB jedoch nichts mehr von der Schule vernommen.

Schweikert bestätigt die Kontakte mit ISB, doch die empfohlenen Räume hätten sich bisher als zu teuer erwiesen. Man sei jedoch, vor allem wenn sich die Lösung in Bümpliz nicht realisieren lasse, weiterhin froh um die Vermittlungsdienste der Stadt. «Wenn wir gefragt werden, bieten wir unsere guten Dienste jederzeit gerne an», sagt von Graffenried. Eicher will die Motion dennoch einreichen, «um den Druck auf den Gemeinderat aufrechtzuerhalten».

Der Bund

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