Die Welle 7 will mehr als eine Erweiterung des Berner Bahnhofs sein

Am kommenden Montag eröffnet das Einkaufszentrum Welle 7. Neben essen und shoppen kann man auch Arbeitsplätze mieten.

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Die Migros will bei den grossen Trends mit dabei sein: Nachdem sie mit Alnatura bereits erfolgreich den Bio- und Reformhausmarkt aufmischte, reitet sie nun auf der Coworking-Space-Welle mit.

Täglich ist der Bahnhof Bern für rund 260'000 Pendler der Dreh- und Angelpunkt zwischen ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz. Ausserdem ist er zentral gelegen. Das macht ihn zum idealen Standort für Meetings und Sitzungen.

Beim Warten auf den Zug vergeht ausserdem viel Zeit, die man besser nutzen könnte. Bisher beschränkte sich die Auswahl auf Shoppen und Essen. Neu will die Migros in der Welle 7, dem Einkaufszentrum an der Schanzenstrasse in Bern, ein zusätzliches Angebot schaffen.

Essen und arbeiten

Zwar kann man sich auch dort verpflegen: Im Angebot steht nebst dem üblichen Fast Food auch ein bedientes Restaurant.

Die Welle 7 will aber mehr als eine Erweiterung der Bahnhofunterführung sein: Auf den oberen vier Stockwerken bietet die Migros deshalb über 100 Sitzungszimmer und Arbeitsräume an, die stunden-, tage- oder wochenweise gemietet werden können. Das Angebot steht allen offen. Reservieren kann man einen Arbeitsplatz entweder online oder direkt vor Ort bei der Réception.

Die Ausstattung der Räume ist unterschiedlich: Einige sind aufgebaut wie eine Lounge, mit Sofas und kleinen Tischchen, andere gleichen eher dem klassischen Konferenzraum. Durch eine offene Bauweise sollen die Besucher miteinander in Kontakt kommen und sich bei Bedarf gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen können.

Einige Arbeitsbereiche sind deshalb nur durch Regale oder Vorhänge voneinander getrennt. Nebst dem Arbeitsplatz kann auch die gesamte Infrastruktur von der Internetverbindung bis zum 3-D-Drucker verwendet werden.

Coworking-Space

Die Idee mit den Mietarbeitsplätzen ist nicht neu. In der Stadt Bern gibt es gleich fünf weitere Coworking-Spaces. Der Eintritt des Riesen Migros löste bei den mehrheitlich kleinen Anbietern aber bisher kein Erdbeben aus.

Laut Domenica Winkler vom Coworking-Space Effinger belebt die Konkurrenz das Geschäft: «Durch zusätzliche Anbieter wird das Konzept der Coworking-Spaces bekannter.» Ausserdem würden die verschiedenen Anbieter auch verschiedene Kundenbedürfnisse bedienen.

Bei der Welle 7 würden sich vermutlich eher Leute einmieten, die einfach ein zentrales Sitzungszimmer suchten, so Winkler. «Bei uns geht es nicht nur um den Arbeitsplatz, sondern auch um den Austausch mit Gleichgesinnten.»

Ob der Kuchen tatsächlich gross genug für alle Anbieter ist, wird sich noch weisen müssen. Erst kürzlich sind die SBB mit einem ähnlichen Konzept in der Haupthalle des Bahnhofs gescheitert. Nach nur zwei Jahren schloss der SBB Businesspoint Anfang 2016 seine Türen. Grund dafür war eine zu tiefe Auslastung.

Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Migros Aare, macht sich deshalb aber keine Sorgen. Das Angebot in der Welle 7 unterscheide sich stark von jenem der SBB. Beispielsweise biete man ein grösseres Angebot an Räumlichkeiten und eine vielseitigere Infrastruktur.

Die Migros hat aber einen weiteren wesentlichen Vorteil: Rund die Hälfte der Räumlichkeiten wird bereits durch die Migros Klubschule genutzt.

Der Bund

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