Zum Hauptinhalt springen

Die Tage des Schandflecks sind gezählt

Der Berner Bahnhof liegt seit 1858 am falschen Ort – eingeklemmt zwischen der oberen Altstadt, dem Burgerspital und der Grossen Schanze.

Neuer Zugang von der Länggasse. Rechts im Bild ist die momentan in Bau stehende Schanzenpost zu sehen.
Neuer Zugang von der Länggasse. Rechts im Bild ist die momentan in Bau stehende Schanzenpost zu sehen.
zvg
Zwischen der Welle und der heutigen Unterführung soll es nämlich einen dritten Durchgang zu den Geleisen geben.
Zwischen der Welle und der heutigen Unterführung soll es nämlich einen dritten Durchgang zu den Geleisen geben.
zvg
Eine neue Velostation ist ebenfalls vorgesehen.
Eine neue Velostation ist ebenfalls vorgesehen.
zvg
1 / 7

Der Berner Bahnhof ist wahrlich keine Visitenkarte. Trotz des relativ neuen Hauptgebäudes ist er den Charakter einer Bausünde aus den Sechziger­jahren des vorigen Jahrhunderts nie losgeworden. Die Reisenden bewegen sich durch enge, düstere Gänge fort, und die Bahnhofhalle strahlt den Charme einer Tiefgarage aus. Vor diesem Hintergrund ist es nachgerade ein Glücksfall, dass der wahre Schandfleck der Stadt die Grenzen seiner Kapazität erreicht hat. Gäbe es nicht den Druck der unaufhaltsam zunehmenden Pendlermassen, müsste man wohl noch lange auf Verbesserungen warten, wie zum Beispiel die seit langem fällige Öffnung der Mauer zum Burgerspital hin. Lasst es endlich Licht werden in diesem unwirtlichen Schlauch!

Auf die weiteren Annehmlichkeiten wird man allerdings eine Weile warten müssen. Bis zum Ende der Bauarbeiten am neuen Bahnhofausgang und der Eröffnung des neuen RBS-Tiefbahnhofs wird der Projektleiter der SBB in seinen verdienten Ruhestand treten. Lange Wartezeiten ist man sich bei diesem Projekt allerdings gewöhnt, liegt die Präsentation der ursprünglichen Pläne doch über sechs Jahre zurück. Das damalige Vorhaben mit gleich zwei Tiefbahnhöfen 30 Meter unter den heutigen SBB-Gleisen war für einen Kanton wie Bern doch etwas arg ambitioniert und musste aufgrund eines ETH-Gutachtens denn auch redimensioniert werden. Die heutigen Pläne und Ausbauetappen scheinen nun aber realistisch zu sein. Allfällige weitere Verzögerungen sind höchstens noch dem Baugrund und nicht mehr der Planung geschuldet.

Der Berner Bahnhof liegt seit 1858 am falschen Ort – eingeklemmt zwischen der oberen Altstadt, dem Burgerspital und der Grossen Schanze. Den Befreiungsschlag in Form eines Neubaus an der Laupenstrasse hat das Volk in den 1950er-Jahren leider abgelehnt. Nun rückt der Bahnhof wenigstens ein bisschen nach Westen und streift dabei den Mief der 1960er-Jahre ab. Das ist doch schon mal etwas. Wir sind schliesslich in der Stadt Bern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch