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«Die Stadtamsel singt einfach etwas höher»

5–6 Uhr: Vogelgezwitscher ist ein verlässliches Zeichen dafür, dass der Tag anbricht. Was treibt die Vögel an? Ornithologe Michael Schaad weiss es.

«Die Vogelmännchen wollen gehört werden»: Michael Schaad arbeitet als Biologe und Öffentlichkeitsverantwortlicher bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.
«Die Vogelmännchen wollen gehört werden»: Michael Schaad arbeitet als Biologe und Öffentlichkeitsverantwortlicher bei der Schweizerischen Vogelwarte Sempach.
zvg

Herr Schaad, Vogelgezwitscher ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass bald der Tag anbricht. Der Hausrotschwanz beginnt schon 90 Minuten vor Sonnenaufgang. Warum so früh?

Die Reihenfolge des Vogelgesangs hat sich wohl evolutiv entwickelt. Indem sie nicht alle gemeinsam lossingen, stellen sie sicher, dass sie gehört werden. Denn das wollen die Männchen ja – von einem Weibchen erhört werden. Der, dessen Stimme aus der Masse heraussticht, hat bessere Chancen auf ein Weibchen und kann mehr Nachkommen zeugen. Die Vogelgemeinschaft hat sich also mit der Zeit so eingerichtet, dass jede Art einen unterschiedlichen Slot bespielt. Und der Hausrotschwanz ist als Erster dran.

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