Bald Kaffe zum Abendrot in Berner Badi-Beizen?

Nach Sonnenuntergang in der Badibeiz noch etwas trinken: Geht es nach dem Berner Stadtrat, soll das möglich werden. Nur: Nicht alle Wirte sind begeistert.

Nach dem Schwimmen noch gemütlich etwas trinken, das fordert der Berner Stadtrat.

Nach dem Schwimmen noch gemütlich etwas trinken, das fordert der Berner Stadtrat. Bild: Franziska Rothenbühler

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Die Gastrobetriebe in den Berner Badis habens nicht einfach: Regnet es in Strömen wie diese Woche, machen sie kaum Umsatz. Wenn es jedoch heiss ist und das Freibad voll, sind sie dem Ansturm kaum gewachsen; lange Schlangen vor den Theken sind oft die Folge. Und sobald die Badi dann schliesst, müssen die Gäste aus Sicherheitsgründen weggewiesen werden.

Eine Motion von bürgerlichen und linken Parteien forderte deshalb bereits letztes Jahr, dass die Badibeizen die Möglichkeit erhalten, auch nach Badeschluss offen zu haben. Das würde auch für die Betreiber interessanter sein, da sie ihren Umsatz nicht mehr alleine während der Badiöffnungszeiten erzielen müssten, sagt Motionär und Stadtrat Manuel Widmer (GFL). Zudem könnten die Pächter damit auch in der Zwischensaison und im Winter Gäste bedienen.

Sicherheitsbedenken vorhanden

In seiner kürzlich veröffentlichten Antwort weist der Gemeinderat daraufhin, dass gemäss der sogenannten «Wasserstrategie» zunächst die Renovierung der Badibeizen forciert werden solle. Erst dann erachtet es der Gemeinderat als opportun, die Restaurants ausserhalb der Betriebszeiten der Bäder zu betreiben.

Ausserdem seien auch die Sicherheitsbedenken und Auswirkungen auf die Nachbarschaft einzubeziehen. Der grösste Stolperstein für längere Öffnungszeiten ist der, dass der Beckenbereich nach Betriebsschluss des Freibads abgesperrt sein muss.

Wenn die Beiz und die Schwimmbecken nicht voneinander separiert sind, darf sie nicht geöffnet haben. Bei Unfällen würde die Stadt haften. Der Gemeinderat lehnt die Motion ab und ist bereit, sie als wenig verbindliches Postulat entgegenzunehmen.

«Es ist sinnvoll, nach dem Badebetrieb die Beizen noch etwas länger zu betreiben», sagt Markus Gasser vom Sportamt der Stadt Bern. Das sei aber nicht überall umsetzbar, sagt er. Bei den Restaurants Ka-We-De und Weyermannshaus gebe es es im Winter eine Eisbahn, deshalb sei das Lokal bereits jetzt das ganze Jahr geöffnet. Auch Gasser betont den Aspekt Sicherheit: Diese müsse auch nach Badeschluss gewährleistet sein.

Beizen lediglich «interessiert»

Für die Stadt war es in der Vergangenheit immer schwierig gewesen, überhaupt Mieter für die Beizen in ihren Schwimmbädern zu finden. Aber besteht für die Wirte überhaupt ein Bedarf für flexiblere Öffnungszeiten? Für die Betreiber der Beiz im Lorrainebad, die zur Burgunder Bar GmbH gehört, «sind längere Öffnungszeiten interessant», wie Lena Tennier auf Anfrage mitteilt. Wenn die neuen Saunazelte im Winter stehen, könnte man sich auch einen Betrieb in der Nebensaison vorstellen.

Skeptischer äussert sich Catherine Weber vom Quartierverein Läbigi Lorraine. «Aus Sicherheitsgründen ist es gar nicht möglich, das Becken von dem Restaurantbetrieb abzuschirmen.» Wenn die Beiz später schliessen wolle, müsse das Bad selber länger geöffnet bleiben, was mehr Aufsichtspersonal benötige. «Der Quartierverein ist eher der Meinung, dass ein Ausbau des Beizlibetriebes nicht nötig ist», sagt Weber.

Der Vorstand des Quartiervereins Marzili wünsche sich einen Ganzjahresbetrieb des Badi-Cafés, sagt Jana Papritz. «Es wäre schön, auch im Winter einen Kaffee in der Marzilibeiz trinken zu können.» Längere Öffnungszeiten möchte man wegen der Lärmbedenken aber nicht.

Ablehnend äussert sich der Betreiber des Restaurants Eichholz, Simon Rudaz. Wenn man den Betrieb auch im Winter aufrechterhalten möchte, müsste man «fast das ganze Restaurant abreissen und mit Innensitzplätzen neu bauen», sagt er. Es bestehe deshalb kein Interesse an einem Winterbetrieb. Längere Öffnungszeiten seien auch nicht nötig. «Das Restaurant Eichholz befindet sich quasi im Wohnzimmer der Camper», sagt Rudaz. Ein längerer Betrieb nach 23 Uhr würde diese vor allem stören. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2018, 17:01 Uhr

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