Zum Hauptinhalt springen

Die Stadt Bern schafft den Chefsessel ab

In der Stadtverwaltung wird das Büromobiliar vereinheitlicht. Damit will Bern mehrere 100?000 Franken sparen.

Nach 96 Jahren hat die städtische Schul- und Büromaterialzentrale einen neuen Namen erhalten. Seit gestern heisst sie «Logistik Bern». Anfang Juli sei die dazugehörige Verordnung in Kraft getreten, sagte der zuständige Direktor Finanzen, Personal und Informatik (FPI), Alexandre Schmidt (FDP), am Montag vor den Medien. Die Materialzentrale stellt der städtischen Verwaltung das Material zur Verfügung, das die Mitarbeiter zum Arbeiten benötigen. Dazu kauft sie grosse Mengen ein, lagert das Material und verteilt, was benötigt wird.

Mit dem neuen Namen ist aber auch ein neuer Auftrag des Gemeinderats verbunden. Die Zentrale ist dafür zuständig, die Infrastruktur der städtischen Verwaltung zu vereinheitlichen. «Heute findet sich in den städtischen Büros von Ikea bis USM-Haller alles», sagte Christian Perler, der seit drei Jahren Leiter von Logistik Bern ist.

Das hat nun ein Ende. FPI-Direktor Schmidt stellte gestern das neue Standardmobiliar vor: einen höhenverstellbarer Arbeitstisch von Bigla und einen Bürostuhl von Girsberger. Zur Auswahl stehen weiter ein Besprechungstisch und dazu passende Stühle sowie Staumöbel. Das Chefbüro werde mit denselben Möbeln eingerichtet wie das der einfachen Büroangestellten, sagte er. Allein mit dem einheitlichen Mobiliar spare die Stadt 350'000 Franken pro Jahr. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass sich die Büros bald wie ein Ei dem andern gleichen. Das Mobiliar werde erst ausgewechselt, wenn Bedarf bestehe, sagte Logistik-Bern-Leiter Perler.

Eine halbe Million Überschuss

Auch das Mobiliar in den Schulen und die Fahrzeuge im Dienst der Stadt sollen einheitlich werden. Benzin und Heizöl sollen künftig ebenfalls zentral beschafft werden. Schmidt erhofft sich durch Mengenrabatte Einsparungen von mehreren Hunderttausend Franken. «Stellen Sie sich vor, was wir einsparen können, wenn in allen städtischen Gebäuden die gleichen Seifenspender mit der gleichen Seife verwendet werden.» Um noch grössere Mengenrabatte zu erzielen, bietet Logistik Bern ihre Dienste auch umliegenden Gemeinden, der kantonalen Verwaltung und mit Steuergeldern subventionierten Institutionen an.

Noch 2012 habe die Schul- und Büromaterialzentrale mit einem Defizit von 50'000 Franken abgeschlossen. Aufgrund von Optimierungen in den letzten Jahren habe sie 2014 fast eine halbe Million Franken Überschuss erwirtschaftet, sagte Schmidt. Logistik Bern macht einen Umsatz von fast 14 Millionen Franken.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch