Die Sparschälerschweiz

Einen Monat vor der Eröffnung hat das Markenmuseum im alten Zollhaus einen Spezial-Selecta-Automaten eingerichtet.

Die - meist kalorienreiche - Schweiz der Parlamentsmitglieder gibt es im Spezial-Selecta-Automaten des zukünftigen Markenmuseums zu kaufen.

Die - meist kalorienreiche - Schweiz der Parlamentsmitglieder gibt es im Spezial-Selecta-Automaten des zukünftigen Markenmuseums zu kaufen.

(Bild: zvg)

Gianna Blum

Sein Stück Schweiz, das ist für Matthias Aebischer sein Sparschäler. So ungemein praktisch und sparsam sei das Ding, dass der SP-Nationalrat sein Gerät der Marke «Rex» gar mit in die Ferien nimmt.

Von der aebischerschen Liebe zu Küchengeräten ist dank dem «Pre-Opening» des neuen Markenmuseums im alten Zollhaus zu erfahren. Einen Monat bevor das Swiss Brand Museum seine Türen öffnet, ist bei dessen Eingang am Donnerstag ein Spezial-Selecta-Automat installiert worden. Gefüllt ist die Maschine mit diversen Produkten, die Mitglieder des Schweizer Parlaments als «ihr» Stück Schweiz ansehen – wie eben Aebischer seinen Sparschäler.

Besuchende haben laut Pressetext damit bereits vor der Eröffnung des Swiss Brand Museums «die Möglichkeit, über das Wesen der Schweiz nachzudenken» – und natürlich Gelegenheit, die entsprechenden Produkte aus dem Automaten zu beziehen.

Kalorienreiche Heimatliebe

Das «Wesen der Schweiz» geht bei ziemlich vielen Parlamentsmitgliedern offenbar durch den Magen. Bei SVP-Nationalrat Albert Rösti weckt Alpkäse aus dem Berner Oberland Heimatgefühle, FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter steht auf Kägi Fret, und Cédric Wermuths (SP) Schweizer Herz pocht besonders laut bei Dubler-Mohrenköpfen aus dem Freiamt.

Immerhin ist da die politische Agenda einigermassen dezent platziert, andere gehen da weniger subtil vor. So sieht FDP-Mitglied Jacques Bourgeois «sein» Stück Schweiz im Herkunftsschutzlabel Suisse Garantie und SP-Verkehrspolitikerin Evi Allemann im Postauto. Lokalpatriotisch wird es bei Christian Wasserfallen (FDP), der sein Stück Schweiz im SC Bern findet.

Bären gehen vor

Ihren Erfolg kann man den Schweizer Marken kaum absprechen, ist doch ein grosser Teil des Selecta-Angebots in den meisten Schweizer Küchenschränken zu finden. Die Touristinnen und Touristen beim Bärenpark schenken den trägen, frisch aus dem Winterschlaf erwachenden Bären aber eindeutig mehr Aufmerksamkeit als dem urschweizerischen Selecta-Automaten.

Dabei gäbe es im wechselnden Angebot zurzeit ein echtes Schnäppchen: Die Liebe von SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab zum öffentlichen Verkehr wird in Form einer Tageskarte von 40 Franken angeboten, bei den SBB kostet sie dagegen 73 Franken. Mehr sparen kann man eigentlich nur mit «Rex».

Der Bund

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