«Die schwere Krankheit war wie ein Test»

Hans Grossen hat eine schwere Krankheit überwunden und wünscht sich Geduld.

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Anita Bachmann@anita_bachmann

Hans Grossen stehen besondere Weihnachten bevor. Der 75-Jährige hat gerade eine schwere Krankheit überwunden. Wer Krebs habe, müsse sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen, gibt Grossen zu bedenken. «Ich bin dankbar, dass ich noch da sein darf.» Er wünscht sich, dass er an Weihnachten einen besinnlichen Moment findet, in dem er seine Dankbarkeit ausdrücken kann. Das ist gar nicht so einfach mit seiner grossen Familie. Hans Grossen hat fünf Kinder, und sie alle haben ebenfalls wieder Kinder.

Grossen ist ein tiefgläubiger Mensch. Früher habe er an Weihnachten immer die Weihnachtsgeschichte vorgelesen; Lukas, Kapitel 2. Heute sei dies anders. Jedes Familienmitglied dürfe etwas darbieten, wenn es dazu Lust habe. Er werde heuer seiner Familie etwas sagen und allen danken für die Unterstützung in der schwierigen Zeit der Krankheit. Und was wünscht sich Hans Grossen noch – ausser einer besinnlichen Weihnachtszeit? Geduld, antwortet er. «Ich möchte lernen, mit Geduld meine Altersbeschwerden und die Nebenwirkungen der Medikamente zu ertragen.»

Gibt es vielleicht doch etwas, das sich in Geschenkpapier einwickeln lässt, worüber er sich freuen würde? «Ich bin ein Teppichnarr», sagt Hans Grossen. Der Orient habe es ihm angetan. Nach der Pensionierung habe er in Griechenland afghanische Flüchtlinge kennen gelernt, zu ihnen eine Beziehung aufgebaut und schliesslich auch ihr Land bereist. «Afghanistan hat mich begeistert», sagt er. Deshalb wünscht er sich einen Teppich, einen echten Afghan oder einen Perser, handgeknüpft natürlich.

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt Hans Grossen nicht erst seit der Flüchtlingskrise. Auch in diesem Zusammenhang hat er noch einen Wunsch offen. «Ich wünsche uns Schweizerinnen und Schweizern, dass wir lernen zu teilen und dass wir genügsamer werden.» In welchem Überfluss wir in diesem Land lebten, zeige sich in der Fülle von «nützlichen und anderen Sachen» in den Schaufenstern der hell erleuchteten Warenhäuser.

Für sich wünscht sich Hans Grossen schliesslich Zuversicht, um auf Neues zuzugehen. Aber irgendwie hat sich dieser Wunsch für ihn bereits erfüllt. Denn er vertraut fest darauf, dass er auch für schwierige Momente gewappnet ist. Selbst das Sterben habe er schon ein Stück weit gelernt. Wer viel in der Bibel lese, lege sich ein «Depot» an, wovon er dann zehren könne. Der christliche Glaube sei wie ein Fundament, und die Krankheit sei ein Test gewesen. «Es hat sich klar erwiesen, dass er hält.»

Der Bund

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