«Die Schütz ist punkto Sicherheit ein hartes Pflaster»

Belebung mache die Berner Schützenmatte für alle angenehmer, sagt Christoph Ris. Sein Verein wird für die nächsten drei Jahre das Programm auf der Schütz organisieren.

Kevin Liechti und Christoph Ris (rechts) vom Verein PlatzKultur auf der Berner Schützenmatte.

Kevin Liechti und Christoph Ris (rechts) vom Verein PlatzKultur auf der Berner Schützenmatte.

(Bild: zvg)

Herr Ris, Sie haben soeben von der Jury den Zuschlag für die dreijährige Verwaltung der Schütz erhalten. Sie und Ihr Vereinspartner sind beide in der Reitschule aktiv. Expandiert die Reitschule nun auf die Schützenmatte?
Keine Sorge, Kevin Liechti und ich haben uns als Privatpersonen beworben. Ausserdem sehen wir uns als eine reine Vermittlungsstelle mit dem Ziel, den Platz zu beleben. Wir werden selber keine Veranstaltungen durchführen. Aber abgesehen davon: Menschen aus dem sogenannten «Umfeld der Reitschule» engagieren sich vielerorts und in ganz unterschiedlichen Projekten.

Die Stadt will auf dem Platz Belebung ohne Kommerz. Wie soll diese aussehen?
Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Es ist aber klar, dass die Schütz ein öffentlicher Platz bleiben soll. Das heisst: kein Konsumzwang und keine Veranstaltungen, für die fixe Eintrittspreise bezahlt werden müssen. Unser Konzept unterscheidet sich eigentlich nicht gross vom bisherigen Neustadtlab. Der wesentliche Unterschied besteht einfach darin, dass nun eine ganzjährige Nutzung geplant ist.

Wie soll der Platz im Winter belebt werden?
Das wird sicher eine Herausforderung. Schwieriger als der Winter sind meiner Meinung nach aber die Übergangsmonate im Herbst und Frühling. Wir rufen nun alle mit Ideen und Projekten auf, sich einzubringen und mitzuhelfen.

Mit der Belebung der autofreien Schütz soll insbesondere auch die Sicherheit verbessert werden. Reicht es, ein paar Container-Bars aufzustellen, um den Drogendeal zu verdrängen?
Belebung macht den Platz für alle angenehmer. Das hat die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt. Klar ist aber auch: Die Schütz ist punkto Sicherheit ein hartes Pflaster. Einfach ein paar Bars aufzustellen, wird meiner Meinung nach nicht reichen. Es ist aber auch gar nicht Aufgabe unseres Vereins, den Drogendeal auf der Schütz aktiv zu bekämpfen.

Sie haben in der Vergangenheit mehrmals das Vorgehen der Polizei auf der Schützenmatte kritisiert. Künftig werden Sie mit der Polizei wohl eng zusammenarbeiten müssen. Wird das klappen?
Wie die Zusammenarbeit mit der Kapo funktioniert, wird sich in den nächsten Wochen im Gespräch ergeben.

Wie viel Geld können Sie während der drei Jahre an die Projekte verteilen?
Vorgesehen sind 450’000 Franken. Verteilt auf drei Jahre ist das nicht besonders viel. Ein grosser Teil davon wird für die Infrastruktur benötigt werden. Der Stadtrat muss dem Kredit allerdings noch zustimmen. Ich bin aber zuversichtlich: Die Berner Bevölkerung hat hier die riesige Chance, einen zentralen Platz aktiv zu gestalten.

Und wie hoch schätzen Sie den Arbeitsaufwand Ihres Vereins?
Wir gehen davon aus, dass wir uns zusammen eine 100-Prozent-Stelle teilen.

DerBund.ch/Newsnet

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