Die Pro-Komitees schalten erst jetzt

Seit gut drei Jahren sind die Gegner der Viererfeld-Vorlage präsent. Wo bleiben die Befürworter?

Das Viererfeld: Bauernland oder Siedlungsbau? Darüber scheiden sich die Geister.

Das Viererfeld: Bauernland oder Siedlungsbau? Darüber scheiden sich die Geister. Bild: Adrian Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der erste Facebook-Eintrag des Vereins Viererfeld Nature 2.0 datiert vom 6. Dezember 2013. Das Logo der Viererfeld-Gegner mit den drei grünen und einem durchgestrichenen grauen Rhombus ist spätestens im Oktober letzten Jahres aufgetaucht.

Seit rund zwei Wochen werden die Hochglanz-Leporellos auf der Strasse verteilt, die ein Hochhaus auf der einen, eine Blumenwiese und eine Kuh auf der anderen Seite zeigen. Insgesamt werden zudem an die 90'000 Flyer von Freiwilligen in die Haushalte verschickt, wie Vorstandsmitglied Peter Camenzind sagt, der an der Erarbeitung des Propagandamaterials beteiligt war.

Die Kämpfer für ein grünes Viererfeld verstärkten ihre Anstrengungen in den nächsten Wochen noch: «Wir sind mit unserer Holzkuh Bella in der Stadt unterwegs und werden weiter mit Flyeraktionen und an Ständen auf unsere Anliegen aufmerksam machen.»

Weniger wahrgenommen wurden bisher die Befürworter der Vorlage, die am Dienstag eine Medienorientierung abhielten. So etwa das Personenkomitee mit dem Plakat, das zwei lächelnde Velofahrer zeigt, die durch das fiktive neue Quartier radeln.

«Wir haben nicht unbegrenzt viele Mittel zur Verfügung. Deshalb können wir nicht während mehrerer Monate Präsenz zeigen. Wir konzentrieren uns auf die kommenden Wochen», sagt Pascal Rub, der die Medienarbeit leitet.

Die Plakatkampagne sei während dreier Wochen geschaltet, gleichzeitig versende man Flyer an alle Haushalte und schalte Inserate in den Zeitungen. «Unsere Gegner bekämpfen das Projekt seit drei Jahren. Unter ihnen gibt es viele Strassenkämpfer, die vor allem in der Länggasse unterwegs sind. Unsere Leute haben schlicht nicht so viel Zeit.»

«Wir sind etwas spät dran»

An Standaktionen wird zudem das Ja-Komitee, das sich aus Parteien und Verbänden zusammensetzt, aktiv sein. Hier ist die SP federführend. Zudem wird auch dieses Komitee mit 42 dreifarbigen Plakaten und rund 80'000 Flyern – auf denen Wohnblöcke und ein Park skizziert sind – für ein Ja werben.

«Wir machen keinen Hehl daraus: Wir sind etwas spät dran», sagt Stéphanie Penher, Präsidentin des Grünen Bündnisses und VCS-Geschäftsführerin. «Wir wollten erst die Debatte im Stadtrat abwarten.» SP-Stadtrat Michael Sutter, der die Kampagne leitet, nimmt es gelassen. «Wir liegen nicht im Rückstand. Die Leute befassen sich sowieso erst jetzt eingehend mit der Vorlage», sagt er. (Der Bund)

Erstellt: 10.05.2016, 22:21 Uhr

Artikel zum Thema

Das Projekt Viererfeld

Am 5. Juni stimmt die Stadt Bern über die Zonenpläne Viererfeld und Mittelfeld ab. Auf dem Viererfeld sind Wohnungen für 2400 Menschen geplant. Der «Bund» beleuchtet die Pläne zur Überbauung. Mehr...

Die Zukunft der Velobrücke hängt vom Viererfeld ab

Der Stadtrat soll am Donnerstag einen Millionenkredit für die Velobrücke ins Viererfeld sprechen. Ob dieses gebaut wird, entscheidet sich aber erst im Juni. Mehr...

Die Krux der Viererfeld-Vorlagen

Wie bei der ersten Abstimmung kämpft eine «unheilige Allianz» gegen die Überbauung des Viererfeld-Areals. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Paid Post

Erfolgreich anlegen

ETF-basierte Anlagen sind im Trend, Online-Angebote auch. Durch die Kombination von beidem wird eine kostengünstige Anlagelösung angeboten.

Die Welt in Bildern

Schlacht mit weichen Waffen: Die Studenten der St.-Andrews-Universität sprühen sich am traditionellen «Raisin Weekend» voll mit Schaum. (23. Oktober 2017)
(Bild: Russell Cheyne) Mehr...