Zum Hauptinhalt springen

Die Mitte will eine zweite Achse auch ohne 10er-Tram

Trotz Nein zum Tram Region Bern: Mittels einer Motion im Stadtrat weibeln die Mitte-Parteien für den Bau einer zweiten Tramachse in der Innenstadt

Trotz Nein zum Tram: Die Mitte will den Bau einer zweiten Tramachse in der Innenstadt.
Trotz Nein zum Tram: Die Mitte will den Bau einer zweiten Tramachse in der Innenstadt.
Adrian Moser

Nach dem Nein zum Tram Region Bern sistierte die Berner Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) die Planungsarbeiten zur zweiten Tramachse durch Berns Innenstadt. Diese stand gemäss Wyss nämlich in einem engen Zusammenhang mit der geplanten Tramlinie 10.

Die Berner Stadträte Michael Daphinoff (CVP) und Philip Kohli (BDP) sehen das anders. «Die Projekte sind losgelöst voneinander behandelt worden.» Sie reichen heute Donnerstag eine Motion zum Thema im Stadtrat ein. Darin verlangen sie, dass die zweite Tramachse trotz dem Nein zum Tram Region Bern realisiert wird. Mit dem Projekt soll der Tramverkehr in den Hauptgassen der Stadt reduziert werden. Die zweite Tramachse sei angesichts des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens und der «Tramwand» auf der Strecke Hirschengraben–Bahnhof–Zytglogge eine Notwendigkeit. «Der Gemeinderat muss nun sicherstellen, dass die finanziellen Beiträge von Bund und Kanton für das ÖV-Projekt der Stadt Bern geleistet werden», sagt ­Daphinoff.

Bei den anderen Fraktionen löst die Forderung von Daphinoff und Kohli Kopfschütteln aus. «Ohne zusätzliche Tramlinie durch die Innenstadt besteht kein Bedarf für eine weitere Tramachse», sagt Stéphanie Penher, Fraktionschefin GB/JA, auf Anfrage. Ähnlich tönt es bei SP-Stadtrat Stefan Jordi: «Die aktuelle ­Situation ist nicht so dramatisch, wie ­immer gesagt wird», sagt er. Von einer ­roten Tramwand in den Hauptgassen könne etwa keine Rede sein. Jordi gibt auch zu bedenken, dass eine zweite Tram­achse etwa die Anlieferung für das Gewerbe erschweren würde. «Der Bedarf muss gross sein, damit man solche negativen Erscheinungen in Kauf nimmt – und das ist er nicht.»

FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher zeigt zwar Interesse an einer neuen Tram­achse, aber nur, wenn diese als ­Ersatz für die existierende dient. «Wir möchten die Hauptgassen in eine Fussgängerzone umwandeln», sagt er. Nach dem Tram-Nein seien ausserdem die Chancen «massiv geringer», dass sich Bund und Kanton an der Finanzierung einer solchen beteiligten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch