Die Kebab-Frohnatur will in die Karibik

Freizeit ist für Savas Ciftci ein kostbares Gut: Nur zwei Wochen Urlaub gönnt er sich pro Jahr.

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Adrian Müller@mueller_adrian

Mit wieselflinken Händen rollt Savas Ciftci Dürüm um Dürum – bis zu 130 pro Tag. Seit neun Jahren steht er hinter dem Tresen des Kings Kebab am Berner Nordring, und zwar an sechs Tagen die Woche. «Mein grösster Wunsch ist, einmal auf einer Insel in der Karibik Ferien zu machen», sagt der Familienvater. Freizeit ist für die aus der Nordtürkei stammende Frohnatur ein kostbares Gut: Nur zwei Wochen Urlaub gönnt sich der Familienbetrieb pro Jahr. Eine Woche im Sommer, eine im Herbst. Immerhin über Weihnachten und Silvester bleibt der wohl beliebteste Kebab-Schuppen des Nordquartiers je zwei Tage geschlossen. «Sonst haben wir eigentlich immer offen», so Ciftci.

«Sälu, grüessech, wie geits?»: Cifti nimmt sich trotz Dauerstress immer Zeit für ein kurzes Schwätzchen mit den hungrigen Kunden. «Wir machen Kebab mit Herz», sagt der gebürtige Türke, wenn man ihn nach seinem Erfolgsrezept fragt. Bald eröffnet er einen Steinwurf entfernt an der Breitenrainstrasse einen weitere Take-away-Laden mit orientalischen Spezialitäten. «Ich wünsche mir natürlich, dass das neue Geschäft gut läuft.» Weihnachten feiert seine Familie nicht wirklich. Für die Kinder hat er einen Christbaum aufgestellt. «Es ist wichtig, dass sie die hiesigen Traditionen miterleben.» Für seine Familie wünscht sich Ciftci Gesundheit. Sein Heimatland wird seit Monaten von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert. «Ich wünsche mir, dass der Krieg in der Region endlich aufhört», sagt er. «Es ist einfach unerträglich.»

Der Bund

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