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Die Johannes-Tragödie

Was braucht es, um eine Kirchgemeinde an die Wand zu fahren? Nicht viel: Einen begnadeten Pfarrer und eine Ratspräsidentin, die ihre Aufsichtspflicht ernst nimmt. Es ist der ewige Konflikt zwischen Profis und Freiwilligen.

Die 1897 eingeweihte Johanneskirche steht an der Breitenrainstrasse im Berner Nordquartier.

Die 1897 eingeweihte Johanneskirche steht an der Breitenrainstrasse im Berner Nordquartier.

(Bild: Adrian Moser)

Dölf Barben@DoelfBarben

«Es war grässlich, giftig – ein Hauen und Stechen.» Solche Sätze hört man, wenn Leute über die reformierte Kirchgemeinde Johannes in Bern sprechen, beziehungsweise über den Kirchgemeinderat. Kein Zweifel, da gab es Probleme.

Von Spannungen «innerhalb» des Rats war schliesslich die Rede, als der Regierungsrat vor einem Monat mitteilte, er setze einen Sonderverwalter ein. Grundlegende Meinungsverschiedenheiten hatten zu Rücktritten geführt. Und damit zum Grounding. Klare Sache also. Ein Kirchgemeinderat hat sich selber zerfleischt. Jedenfalls ist der Konflikt anders gelagert als vor ein paar Jahren in Köniz. Dort hatte der Kirchgemeinderat genug von einem polarisierenden Pfarrer und setzte ihn ab. «Offenbar ist der Fall Johannes nicht mit Köniz vergleichbar», stand im «Bund». Es dauerte nicht lange, bis das Telefon zum ersten Mal klingelte. «Ich habe mich hinsetzen müssen, als ich das gelesen habe», sagte eine Frau. «Dieser Fall ist viel näher bei Köniz, als Sie sich das je vorstellen können.» Mehr sage sie nicht.

Der Bund

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