Die Berner Innenstadt wird zur Sportanlage

Bern wird die dritte Schweizer Stadt mit einem interaktiven Orientierungslauf. Ende April erscheint das Kartenmaterial für die erste Etappe.

Auf Postenjagd: Orientierungsläufe lassen sich auch in der Stadt Bern durchführen.

Auf Postenjagd: Orientierungsläufe lassen sich auch in der Stadt Bern durchführen. Bild: Adrian Moser (Symbolbild)

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Was tun, wenn der Sohn und die Tochter Couchpotatoes sind, deren liebstes Spielzeug das Tablet ist? Im Frühling erhalten Berner Eltern Hilfe von einer App. Damit lassen sich Orientierungsläufe (OL) durch die Stadt Bern und ihre Wälder unternehmen und gleichzeitig interessante Informationen über die eigene Stadt sammeln.

Zur Eröffnung der BEA Ende April publizieren der Schweizer OL-Verband und die OL-Gruppe Bern (OLG Bern) gemeinsam das Kartenmaterial für einen Stadt-OL. Bern ist damit die dritte Schweizer Stadt nach Arosa und Aarau mit einem sogenannten Swiss-O-Finder-Lauf.

Der Orientierungslauf richte sich vor allem an Familien und Touristen, sagt Matthias Lerf, Präsident der OLG Bern. Die sportliche Leistung stehe dabei im Hintergrund. «Es ist eine andere Art, die Stadt zu erkunden.»

Diskrete Aluplatten im Weltkulturerbe

Eine erste Etappe solle durch die Elfenau und den Dählhölzliwald führen, sagt Projektleiter Markus Schenker. In einer zweiten Etappe kämen die Innenstadt und der Aarehang dazu. Als weitere Ausbauschritte seien die Länggasse mit angrenzendem Bremgartenwald und das Mattenhofquartier mit dem Könizbergwald vorgesehen. Ausserdem sollten die Routen drei- bis viermal im Jahr verändert werden, damit ein Läufer den OL mehrmals machen könne.

Anders als in Aarau oder Arosa seien in Bern nicht einbetonierte Posten vorgesehen. «Im Unesco-Kulturerbe geht so etwas nicht», sagt Schenker. Deshalb würden die zehn mal zehn Zentimeter grossen Aluplatten an vorhandenen Einrichtungen wie Sitzbänken oder Strassenlaternen montiert.

Stadt finanziert mit

Zwei Jahre habe die Vorarbeit gedauert, erzählt Schenker. Zusammen mit zwei andern OL-Läufern sei er sämtliche Strecken für das neue Berner Kartenmaterial abgelaufen und habe die Karten neu gezeichnet. Mit Massstab 1:7500 sind sie grösser als die üblichen OL-Karten.

Die Stadt Bern unterstützte das Projekt von insgesamt 50'000 Franken mit Beratung und einer Anschubfinanzierung von 10'000 Franken für die erste Etappe. «Uns überzeugt, dass der O-Finder sowohl ambitionierte Sportler wie Familien und Leute, die sich gemütlich bewegen wollen, anspricht», sagt Christian Bigler, Leiter des Sportamtes. Ausserdem seien die App und das Kartenmaterial auch für Schulen gut geeignet. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.03.2017, 13:20 Uhr

Swiss-O-Finder

Orientierungslauf mit dem Handy

Swiss-O-Finder ist ein Orientierungslauf mit fix installierten Posten. Die Karten lassen sich im Internet herunterladen. Über einen QR-Code können die Läufer und Läuferinnen zusätzliche Hintergrundinformationen zum Ort abrufen. Mit einer App können sie die Posten quittieren und die Zeit messen. Die Standorte seien dazu mit einem NFC-Chip ausgerüstet, sagt der Berner Projektleiter Markus Schenker. Diese Technik wird auch zum kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarten verwendet.

Und wie steht es dabei mit dem Datenschutz? Die Nutzer der App müssten sich zwar anmelden, um die App herunterladen zu können, sagt Schenker. Doch dürfe der OL-Verband die Daten nicht ohne aktive Einwilligung der Nutzer an Dritte, zum Beispiel Sponsoren, weitergeben.

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