So warm war die Aare noch nie

Die Wassertemperatur der Aare ist am Samstag auf 23,7 Grad angestiegen. Damit wurde der Rekord aus dem Hitzesommer 2003 geknackt.

Die Aare, gut beschwommen, beim Berner Marzili. (Archiv)

Die Aare, gut beschwommen, beim Berner Marzili. (Archiv) Bild: Valérie Chételat

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Bei den aktuellen Wetteraussichten war es nur noch eine Frage der Zeit, doch nun ist es definitiv so weit: Die Aare ist in Bern so warm wie noch nie. Zumindest seit dem offiziellen Messbeginn an der Station Schönau im Jahr 1970. Mit 23,5 Grad egalisierte die Aare am Samstag um 14.50 Uhr den Rekordwert des Hitzesommers 2003. Die Temperatur stieg aber noch um einige Zentelgrade weiter. Um 16.10 Uhr wurde mit 23,7 Grad der neue Rekordwert erreicht.

Gewitter könnten die Aare abkühlen

Trotz des warmen Wetters sind für die nächsten Tage nicht unbedingt weitere wasserliche Temperaturrekorde angesagt. Dass die Aare derart konstant warm ist, verdankt sie auch dem Thunersee, der ebenfalls bereits auf über 23 Grad aufgeheizt ist. Bei Gewitter oder heftigen Winden im Oberland kann das Wasser innert Stunden um 5 Grad oder mehr kälter werden. Dies, weil das Wasser auf dem Grund des Thunersees nach wie vor deutlich kälter ist als die 23 Grad an der Oberfläche. Der Wind bringt dann das kältere Wasser an die Oberfläche.

Solch warmes Wasser fliesst eigentlich relativ selten die Aare runter, zumindest wenn man die ganz Messreihe bis zurück ins Jahr 1970 betrachtet. In den vergangenen 15 Jahren knackt die Aare jedoch gleich drei Mal die 23 Grad-Marke. Und zwar im Hitzesommer 2003, 2015 und nun dieses Jahr.

Fischen ist es schon lange zu warm

Was vielleicht dem Gfrörli zusagt, gefällt vielen Fischen ganz und gar nicht. Bezogen auf die Aare, ist es bereits bei 18 Grad Celsius zu warm für Fliessgewässerfische wie Bachforelle oder Äsche. Ab 20 Grad sind die Fische gestresst, die Nahrungsaufnahme reduziert sich, sie sind anfälliger für Krankheiten. Darum gibt es heute in der Aare massiv weniger Bachforellen als noch vor einigen Jahren.

«In der Sense und der Aare liegt der Rückgang der Bachforelle seit 1990 zwischen 70 und 80 Prozent», sagte Thomas Vuille, Leiter Fischereiinspektorat des Kantons Bern, vor einigen Tagen dem «Bund». Das warme Wasser ist aber nicht der einzige Grund dafür, es gibt weitere negative Faktoren, so zum Beispiel die Mikroverunreinigungen im Wasser oder die intensive Nutzung des Wassers durch die Menschen. (spr)

Erstellt: 04.08.2018, 14:56 Uhr

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