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Dicker Versprecher – statt dicke Tierspital-Patienten

Das Inselspital Bern übergibt dicke Patienten nicht an das Berner Tierspital – entgegen entsprechender Medienberichte. Der Mediendienst des Inselspitals spricht von einer Informationspanne.

Am Tierspital werden Tiere behandelt, keine Menschen: Das Inselspital widerruft anderslautende Medienberichte.
Am Tierspital werden Tiere behandelt, keine Menschen: Das Inselspital widerruft anderslautende Medienberichte.
Stefan Anderegg

«Die Insel schickt dicke Patienten ins Tierspital», vermeldete Redaktion Tamedia am Samstag. In dieser Meldung hiess es, das Berner Inselspital würde stark übergewichtige Patienten für manche Untersuchungen ins Tierspital überweisen. Dies, da sehr dicke Menschen nicht in den Magnetresonanztomographen passten.

Am Mittwoch hat das Inselspital diese Darstellung in einem Communiqué widerrufen: «In Wirklichkeit werden im Berner Tierspital keine Menschen untersucht». Die Falschmeldung geht auf ein Statement des Leiters der Adipositats-Sprechstunde zurück, eines interdisziplinären Programmes zur Behandlung übergewichtiger Patienten. Leiter Kurt Laederach sagte gegenüber dem Lokalsender «Telebärn», das Inselspital schicke jährlich etwa zehn Patienten ans Tierspital.

Eine einzige Untersuchung im Tierspital

Ganz anders die Zahl, die in der Richtigstellung der Insel genannt wird: Ein einziger übergewichtiger Patient sei im Tierspital radiologisch untersucht worden, dies im Jahr 2007. Bei einem weiteren Patienten habe man die Untersuchung «aufgrund technischer Schwierigkeiten» nicht durchführen können. Seither biete das Tierspital für Menschen keine Magnetresonanztomographien mehr an.

Beim Tierspital wird dies bestätigt. Nur, wie konnte es zu einer solchen Fehlinformation kommen? Markus Hächler, Mediensprecher des Inselspitals, schreibt auf Anfrage von Redaktion Tamedia: «Herr Laederach schickt selber keine Patienten in die Radiologie, das machen die Chirurgen.» Der Kenntnisstand des Adipositas-Fachmannes sei nicht aktuell gewesen, die genannte Zahl eine Schätzung.

Spezialisiertes Institut in Freiburg

Hächler verweist auch auf die Medien-Dramaturgie: «Weil man vor der TV-Kamera nicht ein Heer von Fachleuten auftreten lassen kann, haben wir uns für denjenigen entschieden, der am meisten mit Adipositas-Patienten zu tun hat.» Der Einfachheit halber habe Laederach deshalb auch die Radiologie-Frage beantwortet. Das Inselspital entschuldigt sich für die Informationspanne und will besorgte Gemüter beruhigen: Falls eine radiologische Untersuchung aufgrund des Leibesumfanges eines Patienten im Inselspital nicht möglich sein sollte, könne man den Patienten in ein spezialisiertes Institut im Kanton Freiburg schicken.

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