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Dezenter Widerstand gegen moderate Gebührenerhöhung

Die Studierenden bekämpfen die geplante Erhöhung der Studiengebühren.

Die Studiengebühren an der Universität Bern sollen erhöht werden. Dagegen wehren sich die Studierenden.
Die Studiengebühren an der Universität Bern sollen erhöht werden. Dagegen wehren sich die Studierenden.
Franziska Scheidegger (Archiv)

Keine Sitzblockaden, keine Protestzüge, keine besetzten Hörsäle: Der Widerstand der Studierenden der Uni Bern und der Berner Fachhochschule gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren um 150 Franken pro Semester bleibt (vorerst) betont zurückhaltend und sachlich. Gestern stellten die Studierendenverbände ihr Argumentarium und die geplanten Aktionen vor. Zunächst müssten die Studierenden aber überhaupt einmal über die drohende Erhöhung informiert werden, sagte Clau Dermont vom Vorstand der StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB). Wegen der Semesterferien hätten viele noch keine Ahnung davon. Der Regierungsrat hatte die Massnahme im Juni als Teil seines Entlastungspakets angekündigt.

Die Studierenden versuchen nun, ein politisches Lobbying aufzuziehen. Noch diese Woche sei ein Gespräch mit Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) angesetzt, sagte Ayse Turcan von der SUB. Während der Septembersession wolle man zudem die Mitglieder des Grossen Rats für die Anliegen der Studierenden sensibilisieren. Ausserdem werden Unterschriften für eine Petition gegen die Erhöhung gesammelt. Diese soll im November vor der Budgetdebatte des Kantonsparlaments eingereicht werden. Auf die entscheidende Debatte seien dann noch einige «kleine, publikumswirksame Aktionen geplant».Mit der Bolognareform sei es für die Studierenden schwieriger geworden, einem Nebenerwerb nachzugehen, sagte Marc Blaser vom Vorstand des Studierendenverbands der Berner Fachhochschule. Eine Erhöhung der Gebühren könne darum zu einer Verlängerung der Studienzeit führen, was wiederum zusätzliche Kosten verursache. Ausserdem sei zu befürchten, dass die Leistungen der Studierenden schlechter würden, wenn sie mehr arbeiten müssten und sich weniger dem Studium widmen könnten. Schliesslich sei die Erhöhung der Gebühren auch asozial und treibe die «Elitisierung» der Hochschulbildung voran.

Die Studierenden machen sich aber auch Sorgen über die Konkurrenzfähigkeit der Uni. «Höhere Studiengebühren können abschreckend wirken», sagte Blaser. Tatsächlich wäre Bern mit Jahresgebühren von 1610 Franken vergleichsweise teuer. Die Unterschiede sind jedoch gering und die angekündigte Erhöhung weit von einer Verdoppelung entfernt, wie sie Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio letztes Jahr angeregt hatte. Die letzte Erhöhung der Semestergebühren in Bern um rund 100 Franken ist ausserdem bereits 13 Jahre her. In all den Jahren gab es auch keine Anpassung an die Teuerung.

Unterstützung erhalten die Studierenden von der SP. Diese wehrt sich mit einer Online-Petition grundsätzlich gegen das Sparen bei der Bildung. Innerhalb einer Woche haben bereits mehr als 1000 Personen unterzeichnet. Eine Allianz aus linken Parteien und Studierendenorganisationen verhindert auch im Kanton Zürich seit Jahren erfolgreich eine Erhöhung der Gebühren.

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