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Der Stapi rät zur Einsprache

Bewohner des Aarehangs Rabbental wollen gegen den Jugendclub Tankerä Einsprache erheben. Unterstützung finden sie dabei – bei Stadtpräsident Alec von Graffenried.

Sie beantworteten die Fragen der Rabbentalbewohner: Thomas Pfluger, Alec von Graffenried und Alex Haller (v. l.)
Sie beantworteten die Fragen der Rabbentalbewohner: Thomas Pfluger, Alec von Graffenried und Alex Haller (v. l.)
Adrian Moser

Bis im geplanten Jugendclub Tankerä an der Berner Nägeligasse die ersten Getränke fliessen und die ersten Veranstaltungen beginnen, dürfte es noch lange dauern. Der Altenberg-Rabbental-Leist hat am Dienstag zur ausserordentlichen Versammlung eingeladen – Grund war der geplante Jugendclub. Denn einige Rabbentalbewohner befürchten, künftig in der Nacht beschallt zu werden, und planen bereits Einsprachen gegen den Club. Prominente Unterstützung erhielten sie Dienstagabend von Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). «Ich verstehe eure Sorgen. Wenn es darum geht, eine Einsprache einzulegen, dann rate ich euch dazu», sagte von Graffenried. Dies sei besser, als die Faust im Sack zu machen, so der Stadtpräsident, es sei ihr Recht, Einsprache zu erheben und im Verfahren dann mitzureden. Erst im April hatte der Stadtpräsident im Stadtrat gesagt, er hoffe, dass das Jugendprojekt nicht zum «juristischen Langzeitpatienten» werde. Doch die Einsprachen sind wohl gewiss, wenn man die Voten am Dienstagabend hörte.

«Endloser Weiterzug» angedroht

Immer wieder versicherten die Anwesenden zwar, sie seien nicht gegen den Jugendtreffpunkt an sich. Aber gegen den geplanten Eingangsort des Jugendclubs zum Beispiel. «Machen Sie den Eingang in der Predigergasse», forderte ein Anwesender, der sich vor Nachtlärm fürchtet. Ein anderer drohte einen «endlosen Weiterzug» des Verfahrens an, wenn das «Pièce de résistance» nicht verschoben werde. Auch dass der Club teilweise bis um halb fünf Uhr geöffnet sein soll, stiess bei einigen auf Unverständnis. «Warum sollen Jugendliche so lange aufbleiben?», fragte eine sichtlich genervte Rabbentalbewohnerin.

Mit dem Jugendclub wolle man dafür sorgen, dass sich etwas weniger Jugendliche an den Wochenenden auf dem Vorplatz der Reitschule versammelten, erklärte von Graffenried, der mit Alex Haller, Leiter des Jugendamts der Stadt Bern, und dem Stadtbaumeister Thomas Pfluger die Fragen beantwortete. Es sei eine Realität, dass sich mit der Mediterranisierung der Gesellschaft und dem Rauchverbot mehr Leute im Aussenraum aufhielten, so von Graffenried. Vor der Tankerä werde jedoch ein professioneller Sicherheitsdienst für geordnete Verhältnisse sorgen. «Wie sollen wir das glauben, vor der Reitschule schafft ihr es ja auch nicht», hielt ein Besucher den Referenten vor. «Wir machen alles, um die Ruhe zu gewährleisten», versuchte Haller, Leiter des Jugendamts, die aufgebrachten Gäste zu beruhigen. Man denke zurzeit daran, vor dem Club ein schalldämpfendes Segel zu installieren oder gar ein Gerät, das Schall schlucke, erklärte der Berner Stadtbaumeister. Eher weniger glaube er an die Realisierbarkeit einer Lärmschutzwand, sagte von Graffenried. Diese müsste drei Meter hoch sein und wäre somit ein «massiver Eingriff».

Am Wochenende bis halb fünf

Seit 2013 spricht die Stadt davon, einen Jugendclub an der Nägeligasse zu errichten, um bezahlbare Ausgehmöglichkeiten für Berner Jugendliche zu schaffen. Erst Ende April verabschiedete der Stadtrat einen Kredit von fast zwei Millionen Franken. Der Club in der ehemaligen Garage der Sanitätspolizei soll dereinst bis zu 450 Personen Platz bieten. Unter der Woche ist der Betrieb bis halb ein Uhr vorgesehen, an den Wochenenden bis halb fünf Uhr morgens.

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