Der Sattler expandiert an den Egelsee

Das Quartier-Café Sattler aus der Länggasse gibt es bald auch am Egelsee: Der Sattler hat den Zuschlag für die Zwischennutzung erhalten.

Micha Flach von der Caffè Bar Sattler plant ein Kaffeehaus in Schiffscontainern am Egelsee.

Micha Flach von der Caffè Bar Sattler plant ein Kaffeehaus in Schiffscontainern am Egelsee.

(Bild: Valérie Chételat)

Christian Zellweger@@chzellweger

Ein «Stadtgarten am See» soll es werden: So sieht die Vision von Micha Flach von der Café Bar Sattler für die Zwischennutzung auf dem Areal der ehemaligen Entsorgungsstelle am Egelsee aus. Nun ist das Projekt einen Schritt näher an der Realität: Der Sattler hat den Zuschlag für den Gastro-Betrieb auf dem Areal der ehemaligen Entsorgungsstelle bekommen. «Wir wollen die Kaffeekultur aus der Länggasse an diesen wunderschönen Ort bringen», sagt Flach.

Das Café soll in Schiffscontainern unterkommen. Hier will der Sattler die Gäste auch bei kühleren Temperaturen oder Regen bewirten. Neben dem Café will Flach auf dem Platz gemeinsam mit Stadtgrün ein Urban-Gardening-Projekt starten.

Kein Partybetrieb, sondern ein ruhiger Ort

Den Zuschlag hat der Sattler von einer Jury mit je einem Vertreter aus dem Quartier, Stadtgrün und dem Quartierverein Quavier erhalten. Die Betreiber hätten sich gegen zwei weitere Kandidaten durchgesetzt, sagt Christoph Schärer, Leiter von Stadtgrün Bern. «Der Sattler hat uns das schlüssigste Konzept unterbreitet. Es ist ein Projekt für alle Generationen.»

Als Referenz nennt Flach die Angebote im Liebefeldpark oder an der Wohleibrücke am Wohlensee. Kein Partybetrieb soll es werden, sondern ein ruhiger Ort, wo sich das Quartier trifft. «Es gibt sonst nicht viel in diesem Stadtteil. Und bald muss auch das Punto im Tramdepot Burgernziel schliessen.»

Zum Auftakt im Spätsommer

Nach dem Entscheid läuft nun das Baubewilligungsverfahren an. Flach rechnet mit dem Start im Spätsommer – dauern soll die Zwischennutzung bis 2018. Zwischenzeitlich waren auf dem Areal der Entsorgungsstelle Schulräume angedacht gewesen. Diese sollen aber nun weiter östlich im Wyssloch entstehen, wo Modulbauten geplant sind. Wie die Zukunft des Egelsees stattdessen aussehen wird, ist noch offen: Mithilfe einer Vorstudie, in die auch die Bedürfnisse des Quartiers einbezogen werden, soll Klarheit geschaffen werden.

Flach vermutet, dass die meisten Anwohner seinem Kaffeehaus in Schiffscontainern wohlgesinnt seien. Trotzdem rechnet er mit Einsprachen. Nicht ganz zu Unrecht: Bereits gibt es Stimmen von Nachbarn, die ankündigen, sich gegen eine Gastro-Nutzung auf dem Areal zu wehren. So befürchtet eine Anwohnerin «Mehrverkehr, mehr Lärm und eine Kommerzialisierung und eine mögliche Schädigung des Uferraumes», wie sie in einem Mail an den Quartierverein schreibt, welches dem «Bund» vorliegt. Die Umnutzung würde eine normwidrige Zweckänderung der Bauordnung darstellen und ein öffentliches Interesse sei nicht gegeben. Sie werde gegen jede Nutzung, die länger als bis 20 Uhr dauere, Einsprache erheben.

Eine erste Gelegenheit zur Aussprache bietet sich bereits am Sonntag: Zwischen 10 und 13 Uhr werden Quartierbewohner zum «Eiertütschen» geladen. Neben Quartiervertretern wird auch Gemeinderätin Ursula Wyss zugegen sein. Neben Flachs Projekt werden Anwohner weitere Ideen für Projekte auf dem Areal präsentieren.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt