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Der Gurten-Sonntag wird abgeschafft

Das Berner Gurtenfestival ändert die Festival-Tage. Neu wird es von Mittwoch bis Samstag durchgeführt. Die personalisierten Tickets verschwinden bereits wieder.

Die Hauptbühne des Gurtenfestivals: Headliner spielen laut Organisatoren lieber im Dunklen.
Die Hauptbühne des Gurtenfestivals: Headliner spielen laut Organisatoren lieber im Dunklen.
Marco Raho

Das kommende Gurtenfestival beginnt bereits am Mittwoch, endet dafür aber schon samstags. Damit entfällt der Sonntag als Festivaltag. Grund für die Änderung sei die höhere Flexibilität im Booking-Bereich, sagt der Programmverantwortliche Philippe Cornu: «Bei vielen Bands sind Licht- und visuelle Effekte ein wichtiger Bestandteil der Bühnenshow.» Headliner-Acts bevorzugten daher Auftritte in der Nacht.

Bislang hätten die letzten Konzerte am Sonntag auf der Hauptbühne jeweils um 19.30 Uhr stattgefunden, also noch bei Tageslicht, und dies erschwere es, einen guten Hauptact für den als «Familiensonntag» bekannten Tag zu engagieren. Es sei ihm nun bereits gelungen, zwei grosse Headliner für das kommende Festival zu buchen. Dass der Gurten von Donnerstag bis Sonntag dauert, hatte Tradition: Seit 2004 wurde das Open Air jeweils am Donnerstagnachmittag eröffnet.

Der Könizer Gemeinderat und Regierungsstatthalter Christoph Lerch haben bereits grünes Licht für die Änderung gegeben – denn die Könizer Wohnbevölkerung wird neu auch in der Mittwochnacht bis um halb ein Uhr beschallt, am Donnerstag dauert der Auftritt des Headliners auf dem Hausberg bis um zwei Uhr in der Früh, wie Gurtenfestivalsprecher Simon Haldemann auf Anfrage sagt.

Dass die Leute verärgert seien, weil sie bereits am Mittwoch freinehmen müssten, glaubt Haldemann nicht, denn die veränderten Zeiten hätten auch ihr Gutes: «Nun muss man dafür den Montag nach dem Festival nicht mehr als Erholungstag freinehmen.» Zudem sei die Geländeöffnung erst am Mittwochnachmittag, daher würden die meisten Besucher wohl erst gegen Abend anreisen.

Nachricht sorgt für Kritik im Netz

In den sozialen Netzwerken sorgte der Entscheid am Donnerstag für eine Menge Reaktionen. Insbesondere auf der offiziellen Facebookseite des Gurtenfestivals gingen die Wogen hoch. Viele Nutzer zeigten sich enttäuscht. Der Sonntag sei «ein Highlight» gewesen, der einen «besonderen Charme» gehabt habe. Andere warfen den Organisatoren vor, «profitgeil» zu sein. Die häufigste Kritik bezieht sich darauf, dass nun drei von vier Gurten-Tagen unter der Woche stattfinden.

«Es gibt auch Leute, die unter der Woche arbeiten», enervierte sich eine Nutzerin. Eine andere Nachricht sorgte dafür am Donnerstag mehrheitlich für positives Echo: Künftig werden die Tickets für das Gurtenfestival nicht mehr personalisiert. Dieses Jahr mussten die «Güsche»-Besucher bereits beim Ticketkauf oder kurz danach das Billett auf einen Namen registrieren lassen. Einlass wurde dann jenen gegeben, welche das Ticket auf ihren Namen registriert hatten.

Damit hatte man Hamsterkäufe und das Weiterverkaufen zu Wucherpreisen verhindert – aber eben auch das Weiterreichen eines Tickets zum Originalpreis etwa bei der Erkrankung des Käufers. «Das Ziel, dem Graumarkt entgegenzuwirken, haben wir erreicht», sagt Haldemann. Die Personalisierung sei aber mit unverhältnismässig hohem administrativem Aufwand verbunden gewesen.

Die Gurtenverantwortlichen hatten zwar versucht, eine Plattform zu erstellen, auf der man Tickets zum Originalpreis hätte weiterreichen können: «Technisch war das aber nicht möglich», sagt Haldemann. Das Gurtenfestival findet nächstes Jahr vom 12. bis 15. Juli statt. Erste Tickets werden bereits ab dem 1. Dezember erhältlich sein. 3000 Festivalpässe werden dann mit einem Frühbuchrabatt verkauft.

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