Der Frühling schickt Bern die ersten Grüsse

Das Quecksilber klettert dieser Tage auf zehn Grad. Das lockt Sonnenhungrige in die Berner Stadtparks und Blumen treiben erste Blüten. Zum Wochenende hin kehrt der Winter zurück.

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Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse – in diesen frühlingshaft warmen Tagen treiben in Bern auch die ersten Blumen ihre Blüten. So etwa auf der Kleinen Schanze. Der Stadtpark ist über Mittag gut besucht. Zwischen den vornehmlich grünen und erdigen Flecken zeigen sich in Lila, Weiss oder Gelb die ersten Blumenteppiche. Das Quecksilber steigt seit Sonntag an, und die Temperaturen klettern auch am Dienstag auf neun Grad Celsius, am Mittwoch sogar auf zehn Grad. Der Himmel bleibt überwiegend klar. Entlang der Aare herrscht zeitweise Fussgänger- und Veloverkehr wie im Hochsommer. Aber selbst für hartgesottene Aareschwimmer dürfte das Wasser mit 6,5 Grad noch wenig einladend sein. Oder wie es auf der Wetterplattform Aareguru treffend heisst: «Iglu boue bringts meh.»

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Vorerst lässt man der Natur in den Stadtparks freie Hand. Bei den Gärtnerinnen und Gärtnern von Stadtgrün Bern, der städtischen Grünflächenpflege, wollen noch keine Frühlingsgefühle aufkommen. «Wir sind vorerst noch mit dem Baumschneiden beschäftigt», sagt Manfred Jordi, stellvertretender Kreisleiter Innenstadt. Auf die ersten wärmeren Tage folgten meist erneut Kälte und Frost, sagt er. Es mache noch keinen Sinn, die Blumenpflege grossflächig anzugehen. «Viele Pflanzen spriessen auch nur zögerlich. Das erkennt man etwa an den Narzissen: Sie strecken jetzt schon ihre Knospen hervor. Meist wird es aber März, bis sie wirklich blühen.»

Dann beginnt auch für Jordi der Frühling. «Ab Ende März reinigen wir die Parkanlagen und pflanzen Stauden und Bäume nach.» Bei den Bäumen sei dies nötig, wenn sie krank seien und deshalb umstürzen könnten. Und bei den Stauden müssten regelmässig Lücken gefüllt werden, weil Passanten quer durch die Pflanzflächen gingen und so Schäden anrichteten. Gewisse Pflanzen machten zudem altershalber nicht mehr mit und müssten ersetzt werden.

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Wenig frühlingshaft wirkt derweil der Tierpark Dählhölzli. Hier hat der Sturm Burglind Anfang Januar gewütet und zahlreiche grosse Bäume entwurzelt. «Das Aussengelände sieht derzeit zertampelt aus», sagt Direktor Bernd Schildger. Nun seien zwar alle Bereiche wieder gefahrlos begehbar. Die Gehege müssten aber wegen der Schäden teilweise neu modelliert werden. Die Zäune seien zwar sicher, aber erst provisorisch geflickt. So etwa beim Bärengehege. «Für die Bärenzäune brauchen wir noch vier bis sechs Wochen», sagt Schildger. Die Bären verharren derzeit noch im Winterschlaf. Könnten sie den Reparaturarbeiten dennoch in die Quere kommen? «Die Biologie entzieht sich der Trivialmathematik», sagt Schildger. Bären seien diesbezüglich intelligenter und dächten langfristiger als der Mensch. «Wenn wir im Büro sitzen und draussen scheint ein paar Tage die Sonne, verreisen wir nach draussen und erfreuen uns der Natur.» Bären dagegen würden selten vor Ende März aktiv. «Daran ändert sich nichts, wenn es einmal zwei, drei Tage schön wird», sagt der promovierte Tiermediziner.

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Wer es nicht den Tierpark-Bären gleichtut, hat noch zwei sonnige Tage vor sich. Das frühlingshafte Wetter dauert aber nicht lange: Am Donnerstagvormittag und in der Nacht schneit oder regnet es, die Spitzentemperatur liegt bei 7 Grad. Spätestens am Freitag hält der Winter wieder Einzug. In der Nacht auf Samstag ist mit Minustemperaturen zu rechnen. Kübelpflanzen sollten auf jeden Fall noch im Keller bleiben, rät Chef-Gärtner Manfred Jordi. (Der Bund)

Erstellt: 30.01.2018, 06:54 Uhr

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