«Eine gefährliche Entwicklung»

Alec von Graffenried kritisiert die drohende Kürzung der Bundesmillion scharf. Vor kurzem habe der Bund noch andere Signale gesendet.

«Kein Verständnis für die abrupte Aberkennung der Bundesstadtleistungen»: Stadtpräsident Alec von Graffenried.

«Kein Verständnis für die abrupte Aberkennung der Bundesstadtleistungen»: Stadtpräsident Alec von Graffenried.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Marcello Odermatt@cellmob

Die Stadt Bern reagiert sehr harsch auf die vom «Bund» publik gemachten Pläne des Bundes, die Stadt ab 2019 nicht mehr für ihre besonderen kulturellen Leistungen als Bundesstadt zu unterstützen. Dies, zumal sich der Bund bereits aus der Finanzierung des Politforums Käfigturm zurückgezogen hat und letzte Woche auch noch ankündigte, dem Alpinen Museum Bern den Grossteil der Subventionen zu entziehen. Statt einer Million soll das Museum nur noch rund 250 000 Franken erhalten (der «Bund» berichtete).

Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) sieht deswegen denn auch das Verhältnis zwischen Bund und Bundesstadt strapaziert. Der Gemeinderat habe «kein Verständnis für die abrupte Aberkennung der Bundesstadtleistungen», so von Graffenried. Noch in der Kulturbotschaft vom November 2014 habe der Bundesrat die aus der Präsenz der ausländischen diplomatischen Vertretungen resultierenden «besonderen kulturellen Aufwendungen für die Stadt Bern» betont. Wieso dies drei Jahre später keine Bedeutung mehr haben soll, sei für den Gemeinderat nicht nachvollziehbar.

Nach dem Politforum Käfigturm und dem Alpinen Museum geht es somit um einen weiteren Sparbeschluss, der darauf hindeuten könnte, dass die besondere Rolle der Bundesstadt für den Bund nicht mehr jene spezielle Bedeutung hat, die sie einmal hatte. Von Graffenried sagt dazu: Die Stadt Bern erhalte einzig diese Bundesmillion als Finanzhilfe. Noch mehr könne der Bund daher gar nicht mehr streichen. Insofern könne «aufgrund jüngster Entscheide schon der Eindruck entstehen», dass sich der Bund aus den kulturellen und repräsentativen Engagements in der Bundesstadt zurückziehe. «Das wäre eine sehr bedauerliche und gefährliche Entwicklung», sagt der Stadtpräsident.

Der Bund

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