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Demonstration gegen Islamophobie

Am Samstagnachmittag haben auf dem Bundesplatz anlässlich des «Tages gegen die Islamophobie und den Rassismus» mehrere Hundert Personen für die Rechte der Muslime in der Schweiz demonstriert.

Ein Minarett aus Kunststoff steht am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern.
Ein Minarett aus Kunststoff steht am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» auf dem Bundesplatz in Bern.
Keystone
Lauren Booth, die Schwägerin von Ex-Premierminister Tony Blair, spricht auf dem Bundesplatz
Lauren Booth, die Schwägerin von Ex-Premierminister Tony Blair, spricht auf dem Bundesplatz
Keystone
Viele interessierte Muslime aus der ganzen Schweiz fanden heute den Weg nach Bern um am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» dabei zu sein.
Viele interessierte Muslime aus der ganzen Schweiz fanden heute den Weg nach Bern um am «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» dabei zu sein.
Tobias Ochsenbein
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Muslime aus der ganzen Schweiz versammelten sich am Samstagnachmittag auf dem Bundesplatz , um gemeinsam für ihre Rechte in der Schweiz zu demonstrieren. Organisiert hat diesen «Tag gegen Islamophobie und Rassismus» der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS). Der IZRS bezeichnete den Anlass vorgänging als «Grosskundgebung mit Festanteil». Nebst Informationsständen über den Islam gab es den auf dem Bundesplatz auch zahlreiche Verpflegungs- und Marktstände sowie eine Hüpfburg mit Minarett-Türmen.

Als Referent trat unter anderem IZRS-Präsident Nicolas Blancho auf. In einer teils brisanten Rede warnte der Bieler davor, «Islamophobie und Rassismus zum guten Ton» verkommen zu lassen und sagte, es handle sich dabei um Verbrechen, die bekämpft werden müssen. «Wir sind weder Fremde, noch Bürger zweiter Klasse in diesem Land», so Blancho weiter.

Hinter ihm auf der Bühne waren zudem grosse gelbe Buchstaben aufgestellt, die das Wort Islamophobie bildeten. Dieses Wort sei ein unerwünschter Gast hier, rief Blancho den Kundgebungsteilnehmern zu. Blancho stellte anschliessend Fragen wie: «Wollt ihr, dass das Minarettverbot bestehen bleibt?» an die Teilnehmer. Für jedes laute «Nein» aus der Menge, kippte ein Helfer ein Buchstabe um - bis die «Islamophobie» von der Bühne geworfen war.

«Besser über den Islam informieren»

Nach Blancho wandte sich Lauren Booth an die Kundgebungsteilnemer. Die britische Journalistin und Schwägerin des britischen Ex-Premierministers Tony Blair konvertierte vor einem Jahr zum Islam. Booth prangerte die Klischees über den Islam an und warf den Medien eine verzerrte Berichterstattung über Muslime vor. Schliesslich rief sie rief die Kritiker auf, sich besser über den Islam zu informieren.

Viele Kundgebungsteilnehmer trugen einen gelben Stern mit der Aufschrift «Muslim» auf sich. Diesen brachten die Organisatoren in Umlauf, um auf die Diskriminierung der Muslime aufmerksam zu machen. Weil er dem Judenstern der Nationalsozialisten nachempfunden ist, hatte der Aufkleber schon im Vorfeld für Kritik gesorgt. Auch auf dem Bundesplatz wurde der Stern von vielen Besuchern kritisiert.

Dialog und Kooperation statt Provokation

Die Arbeitsgemeinschaft «Islamische Verbände Schweiz» (IVS) beteiligte sich nicht an der Kundgebung, die der IZRS veranstaltet hat. In einer Mitteilung an die Medien schrieben die IVS vorgängig, dass sie sich zwar auch unmissverständlich gegen alle Formen der Diskriminierung und Islamophobie wende. «Doch sind wir der Meinung, dass unser Engagement gegen Islamophobie sich nicht der gleichen schrillen und verzerrenden Mittel bedienen darf», schreiben sie weiter.

Die «Islamischen Verbände Schweiz» seien davon überzeugt, dass es nur einen sinvollen Weg gegen die islamophoben Tendenzen in der Schweiz gebe, und das sei der geduldige, zuweilen schwierige Dialog mit den Behörden und der Öffentlichkeit. Dies produziere zwar weniger Aufsehen und Schlagzeilen als Aktionen wie jene der IZRS, doch liessen sich Vorurteile und Fehlinformationen besser abbauen als mit Provokationen und Streit.

(SDA)

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