Das zweite Leben des Kinos Rex

An der Schwanengasse wird dem Kinogeist des ehemaligen Kinos Kunstmuseum wieder Leben eingehaucht. Schwerpunkte des Filmprogramms sind Programm- und Arthouse-Filme.

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Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

An der Schwanengasse öffnet nach der siebenmonatigen Umbauphase am 29. Oktober das Kino Rex. Dessen Leiter zeigten das umgebaute Lichtspielhaus am Freitag erstmals den Medien.

Die auffälligste Neuerung ist, dass aus dem einstigen Kinosaal zwei geworden sind. Der ehemalige Balkon wurde zu einem Saal mit 56 Sitzplätzen. Aber nicht alles ist neu: Beim Umzug des ehemaligen Kinos Kunstmuseum ist nebst der Kino­technik auch die Philosophie ins neue Rex gezügelt worden: «An den bisherigen Programm-Eckpunkten des Kunstmuseums halten wir fest», sagt Kino-Leiter Thomas Allenbach. Und so werden vor allem Programm- und sogenannte Arthouse-Filme laufen. Täglich wird es etwa sieben Filmvorstellungen geben, die erste bereits um 14 Uhr.

1,8 Millionen Franken kostete der Umbau des 1952 eröffneten Kinos. Ein Drittel der Kosten wurden mit öffentlichen Geldern gedeckt. Stadt und Kanton gaben je 100'000, der Lotteriefond 410'000 Franken. Zusätzlich «kauften» Privatpersonen einzelne Kinositze. So kamen nochmals 130'000 Franken zusammen. In der Liegenschaft wurde die Haustechnik erneuert, das Foyer wurde renoviert und die Kinotechnik aufgewertet. Dank zwei traditionellen 35-mm-Projektoren im Saal 1 erfüllt das Kino nun die Auflagen von Filmarchiven für die Projektion seltener Kopien.

Foyer ohne Popcorn-Duft

Ein Schmuckstück im Rex sind die Lampen, welche die Treppe zum Kinosaal 2 säumen: «Es handelt sich um Originale, die in den 50er-Jahren hier hingen», sagt Peter Erismann vom Trägerverein Cinéville. Die Lampen lagerten bis vor kurzem im Depot der Berner Denkmalpflege und sind nun wieder montiert worden.

Neu ist auch die Bar. «Sie soll sich zum Treffpunkt für Kulturschaffende und für das Publikum etablieren», sagt Erismann. Popcorn sucht man dort vergeblich, dafür trinkt der Cineast in der Bar den Rex Schräglage, einen Drink mit Wodka und Ingwerbier. Bis Mitternacht werden Gäste bedient. Zudem verfügt das Rex über eine Bewilligung für eine Aussenbestuhlung.

Höhere Subventionen

Mit 240'000 Franken sind die städtischen Subventionen pro Jahr um 50'000 Franken höher als die Beiträge an das Kino Kunstmuseum in der Subven­tions­periode 2012 bis 2015. Im Vergleich mit ähnlichen Institutionen in Zürich und Basel liege die Unterstützungssumme für das Kino Rex dennoch tief, sagt Erismann. Bekommt das Rex Geld zum Zeigen von Filmen, die in anderen, nicht subventionierten Häusern ebenfalls laufen? Das lässt sich Erismann nicht vorwerfen: «Das städtische Geld ist für das Programmkino vorgesehen, nicht für die Premierenfilme.» Während grosse Kino-Betreiber in den letzten Jahren in Berner Vorortgemeinden expandiert haben, zog es die Rex-Betreiber noch stärker ins Zentrum: «Wir möchten ein Begegnungsort sein», so Allenbach. Es werde gemunkelt, dass die Kino-Kette Kitag einige Filialen in der Stadt schliessen wolle. Kitag beantwortete eine entsprechende «Bund»-Anfrage nicht.

Der Bund

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