Das verflixte Veloschloss

Nachdem das Veloverleihsystem wegen eines fehlerhaften Schlosses zum Erliegen gekommen ist, arbeitet die Postauto-Tochter Publibike mit Hochdruck an einer Lösung.

Fehlerhafte Schlösser sorgten für die Lahmlegung des Veloverleihsystems. Wer für die angefallenen Kosten aufkommen muss, möchte Postauto nicht sagen.

Fehlerhafte Schlösser sorgten für die Lahmlegung des Veloverleihsystems. Wer für die angefallenen Kosten aufkommen muss, möchte Postauto nicht sagen. Bild: Samuel Schalch

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Letzte Woche wurde publik, dass sich die Schlösser mit einem einfachen Kniff öffnen lassen. Urs Bloch, Mediensprecher von Postauto, sagt auf Anfrage, dass man daran sei, eine neue Lösung zu prüfen, damit die Umrüstung ab Mitte Woche beginnen könne.

Verantwortlich für die Umrüstung der Schlösser ist die Firma Antrimon. Diese produzierte und entwickelte das Schliesssystem für den Veloverleihanbieter. Eine Anfrage an die Firma mit Sitz in Muri AG blieb am Montag unbeantwortet. Die Firma bestätigte lediglich, dass sie den Auftrag habe, die Schlösser umzurüsten. Details zu dem «mechanischen» Teil, das die Antrimon anpassen soll, will Postauto nicht herausgeben. Grund sei die Sicherheit des Systems.

Eine Idee, woran das Problem liegen könnte, hat der Ingenieur Rolf Diefenbacher. Dieser hatte mit seiner Firma DST Swiss AG ein Fahrradschloss für Publibike entwickelt. Er wirft der Postauto AG vor, sein Schloss kopiert zu haben – Postauto bestreitet die Vorwürfe (der «Bund» berichtete). «Die Publibike AG hat nicht begriffen, dass ein solides Schloss wichtig ist, und hat auf ein billiges zurückgegriffen.» Diefenbacher vermutet, dass das Schloss, anders als das seine, keine Doppelsicherung, sondern nur eine einfache Sicherung eingebaut habe.

Trotzdem glaubt Diefenbacher nicht, dass das Schloss so einfach zu reparieren ist. «Das Schloss dürfte auch nach der Überarbeitung unbefriedigend bleiben.» Postauto ist anderer Meinung. Man habe der Firma einen Anforderungskatalog ausgehändigt, sagt Urs Bloch. Zudem habe man zahlreiche Tests, darunter auch Erschütterungstests, durchgeführt.

Publibike hat nach eigenen Angaben mittlerweile 400 von 700 Bikes wiedergefunden. Wer letztlich für den angerichteten Schaden aufkommt, ist noch nicht geklärt. Dazu möchte Postauto nichts sagen. (Der Bund)

Erstellt: 20.08.2018, 19:52 Uhr

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