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«Das Verderben bringende Laster der Trunksucht»

Oft war bei den Unglücksfällen im 1857 bei der Nydeggbrücke in Bern eröffneten Bärengraben Alkohol im Spiel.

Simon Wälti

Seit dem Vorfall von 1861 haben sich im Bärengraben mehrere Unglücks- und drei Todesfälle ereignet. Am Morgen des 8. April 1896 wurde im Bärengraben die Leiche des jungen Küfers Christian Wüthrich entdeckt. Einige Beobachter hielten fest, die an pflanzliche Nahrung und an Menschenkontakt gewohnten Tiere hätten das Opfer zwar übel zugerichtet, aber das Fleisch nicht gegessen. Anders wurde es im «Hinkenden Bot» von 1897 dargestellt: «Das Weibchen trug die blutige Kopfhaut triumphierend herum, während der Bär das Fleisch stückweise von dem Leichnam riss und gierig frass.» Anschliessend wetterte der Redaktor gegen «das so gefährliche und Verderben bringende Laster der Trunksucht».

Am Karfreitag, 2. April 1920, neckte der nicht mehr ganz nüchterne Josef Mahler die Bären, indem er sie mit Orangen bewarf, dann schnappte er sich die Dienstmütze des Bärenwärters und liess sich in den Graben hinuntergleiten. Die Begegnung mit dem Berner Wappentier endete für den jungen Studenten aus St. Gallen jedoch tödlich.

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