Das Velo bremst in Bern zunehmend das Auto aus

In der Bundesstadt nimmt der Autoverkehr Jahr für Jahr ab – und der Veloverkehr markant zu.

Velo und ÖV scheinen die Zukunft zu sein: Im Zeitraum von 2014-2017 nahm der motorisierte Individualverkehr um fast 10% ab.

Velo und ÖV scheinen die Zukunft zu sein: Im Zeitraum von 2014-2017 nahm der motorisierte Individualverkehr um fast 10% ab. Bild: Adrian Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Weg vom Auto, hin zum Velo und zum öffentlichen Verkehrsmittel: In der Stadt Bern verfestigt sich dieser Trend. Die jüngste Bestätigung dafür steuerte die Stadtbehörde gestern bei – sie betrifft den Veloverkehr: Im kurzen Zeitraum von 2014 bis 2017 wurde eine Zunahme des Veloverkehrs um 35 Prozent gemessen. Das sei «unglaublich», sagte gestern die bekennend veloaffine Gemeinderätin Ursula Wyss (SP). Das Ziel, den Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr weiter deutlich zu steigern, erscheine als «zunehmend realistischer».

Gemessen wurde die Zunahme des Veloverkehrs mittels permanenter automatischer Zähleinrichtungen an 14 Verkehrsachsen. Das relativiert die Aussagekraft der Messungen etwas: Passieren an den Messstellen deutlich mehr Velos, heisst das nicht zwingend, dass in der Stadt Bern ganz generell mehr Velos unterwegs sind. Doch selbst bei einer skeptischen Würdigung der Messresultate bleibt der in Bern festgemachte Trend hin zum Velo markant.

Die Nachrecherche des «Bund» zu den neuen Velozahlen zeigt, dass letztlich die Automobilistinnen und Automobilisten die überzeugendste Bestätigung des Velotrends liefern: Im untersuchten Zeitraum von 2014 bis 2017 ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) in der Stadt Bern nämlich um insgesamt 9,8 Prozent zurückgegangen, wie der Stadtberner Verkehrsplaner Karl Vogel auf Anfrage bestätigt. Vogel sagt, der MIV nehme Jahr für Jahr leicht ab. Die rückläufigen MIV-Messwerte sind noch aussagekräftiger als die mit behördlichem Applaus bedachten Velo-Zahlen, wird doch das motorisierte Verkehrsaufkommen an doppelt so vielen Messstellen permanent erfasst wie jenes der Zweiräder. Die Stadt Bern will allerdings das Velo-Messstellennetz sukzessive ausbauen, um zu verlässlichen Daten für die Umsetzung ihrer «Velo-Offensive» zu kommen.

Für jene, die bereits in die Pedale treten, gibts übrigens seit gestern ein technisches Tool zur Ermunterung: Beim Bubenbergplatz, im Monbijou und am Nordring zählen neu «Velobarometer» jedes passierende Velo und zeigen die Gesamtzahl erfasster Velos. Die Skala zeugt von bernischem Optimismus und reicht bis 1'000'000. (Der Bund)

Erstellt: 24.04.2018, 06:45 Uhr

Artikel zum Thema

Der flotte Spurt vor der Bergetappe

Die Stadt Bern will den Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr auf 20 Prozent steigern. Jetzt legt sie beeindruckende Zwischenergebnisse vor. Mehr...

Fahren viele Velo, werden Bus und Tram noch wichtiger

Auch wenn der Veloverkehr in Städten wie Bern zunimmt: Für die Bewältigung urbaner Transportbedürfnisse ist der öffentliche Verkehr zentral. Mehr...

Stadt Bern registriert starke Zunahme des Veloverkehrs

Um rund einen Drittel hat sich der Veloverkehr in Bern erhöht. Nun werden zur Zählung Velobarometer eingesetzt – sie sind die Grundlage für weitere Planungsmassnahmen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Immobilien

Kommentare

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Die Welt in Bildern

Von Mitstreitern umkreist: Die «Rainbow Warrior» von Greenpeace bei einer Protestaktion gegen ein Kohleprojekt im Golf von Thailand. (21. Mai 2018)
(Bild: Arnaud Vittet/EPA) Mehr...