Das neue Nebeneinander auf der Schütz

Das Projekt «Platzkultur» auf der Schützenmatte startet mit einem Zirkuszelt für Veranstaltungen. Auch das Gewerbe freut sich über das neue Nutzungskonzept.

Zirkuszelt und Car-Parkplätze: Auf der Schütz soll es Platz für alle haben.

Zirkuszelt und Car-Parkplätze: Auf der Schütz soll es Platz für alle haben. Bild: Franziska Rothenbühler

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Während die sommerliche Belebung der Berner Schützenmatte durch die Freiluftangebote mit Bars und Bühne im letzten Monat langsam auslief, tauchte die Frage auf: Wie lässt sich der Platz im Winter nutzen? Wird es auf der Schützenmatte wieder leer und grau?

Zumindest die erste grössere Änderung seit dem Ende des Neustadtlabs auf der Schütz hat eher wenig mit Belebung und Kultur zu tun: Da, wo vorher die Neustadtlab-Bühne stand, sind nun wieder Parkplätze für Gewerbe und Reisecars eingezeichnet – das Resultat eines Kompromisses zwischen der Stadt und dem Berner Gewerbeverein.

Glückliche Gewerbler

Für die Car-Unternehmer sei es wichtig, dass man auf der Schützenmatte einen Umschlagplatz habe, sagt Roland Dysli vom gleichnamigen Berner Carreise- und Transportunternehmen. In den letzten vier Sommern war wegen des Neustadtlabs jeweils gar kein Platz für die Cars vorhanden – «ausgerechnet in der Hauptreisezeit», so Dysli. Da habe man sich jeweils Alternativen überlegen und vermehrt auf die Parkplätze an der Hodlerstrasse ausweichen müssen. Wie die Kunden die Situation mit der belebten Schütz aufnähmen, müsse sich erst noch zeigen. «Je nachdem, woher sie kommen, müssen sie ja zuerst zu Fuss über den ganzen Platz zum Car.»

Grundsätzlich sei man aber froh, dass man dank des städtischen Gewerbeverbands und des Carverbands überhaupt noch einige Parkplätze habe retten können. «Die Parkplätze auf der Schütz entsprechen klar einem Bedürfnis», sagt auch Thomas Balmer von KMU Bern, dem städtischen Gewerbeverband. Für eine erste Bilanz sei es aber noch zu früh. Nach dem langen Sommer müsse sich erst herumsprechen, dass man auf der Schütz wieder parkieren könne, etwa bei den Marktfahrern. Ob die aktuelle Anzahl an Parkplätzen reiche, sei schwierig zu sagen, der Bedarf schwanke natürlich.

Kultur im Zirkuszelt

Autos und Cars werden aber nur einen kleinen Teil des Platzes einnehmen. Prägender ist da das Zirkuszelt, das in diesen Tagen fertig aufgebaut und eingerichtet wird. Eine kleine Bühne steht schon darin, in das Zelt mit dem heimeligen Bretterboden integriert ist unter anderem ein Bar-Container.

Das Zelt ist das erste Projekt von «Platzkultur», dem Verein um Christoph Ris und Kevin Liechti, welcher von der Stadt den Auftrag zur Belebung der Schützenmatte für die nächsten drei Jahre bekommen hat. Im vorderen Teil des Zeltes finden neben einer Bar etwa ein Brocki, eine Tee-Ecke oder eine Galerie ihren Platz – Konsumzwang soll es hier keinen geben.

Blick ins Innere des Zeltes. (Bild: Franziska Rothenbühler)

Gestartet wird bereits diesen Freitag und Samstag mit Konzerten und Partys. «Wir müssen aber schauen, dass wir selbst nicht zu viel organisieren», sagt Liechti. Die Idee sei, dass sich möglichst viele Leute mit möglichst vielen Ideen meldeten und das Angebot des Zeltes nutzten. Deshalb sei zurzeit nicht nur offen, wie das Programm im Winter aussehe, sondern auch, wie es denn im Frühling weitergehe, so Liechti.

Während die Nutzung des vorderen Teils des Zeltes noch gestaltet werden kann, serviert im hinteren Teil der Club Kapitel Raclette. Das Kapitel ist auch für den Barbetrieb verantwortlich und hat für ein Jahr den Zuschlag für den Gastrobetrieb bekommen. Für sie sei es klar gewesen, dass sie auch im Nachfolge-Projekt des Neustadtlabs dabei sein wollen, sagt Diego Dahinden vom Kapitel: «Die Belebung hatte bisher einen sehr positiven Effekt auf den Ort.»

Symbiose mit dem Lunapark

Noch stehen neben dem Zelt weitere Container und Holzgebilde auf dem Platz – es sind Reste des Neustadtlabs, die bald weichen müssen. Vom 16. bis 26. November gibt es wieder Fahrgeschäfte auf der Schütz, rund um das Zirkuszelt. Geht das aneinander vorbei? «Ja», sagt Norbert Esseiva, Leiter der Gewerbepolizei. Und nicht nur das, es passe sogar gut zusammen. Er habe sich schon immer ein kulinarisches Angebot zusätzlich zu den Ständen der Schausteller gewünscht, sagt Esseiva. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.11.2018, 06:42 Uhr

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