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Das letzte Kapitel der Könizer «Ghüder»-Saga

Die Gemeinde Köniz ist dabei, ihre grösste Müllhalde endgültig zuzudecken.

Die Müllhalde Gummersloch soll definitiv verschwinden.
Die Müllhalde Gummersloch soll definitiv verschwinden.
Google Maps

Mehr als vier Jahrzehnte lang fuhren Lastwagen durch das idyllische Gurtentäli, um im Gummersloch Müll abzuladen. Nun kommt der Deckel auf die Könizer Mülltonne; die Rekultivierung der Deponie geht in die dritte und letzte Runde. Dies teilte die Gemeinde gestern mit den Parlamentsakten mit.

Rekultivierungen von Deponien sind aber keine ungefährlichen Unterfangen, wie das Beispiel der 1975 geschlossenen Deponie Illiswil am Wohlensee zeigt. Seit Mai laufen dort teure Sanierungen, weil unter anderem Ammonium in den Ortsbach gesickert ist. Wie will Köniz vorgehen, damit man dereinst nicht vor ähnlichen Problemen steht?

«Man kann nie alles voraussehen», sagt die zuständige Könizer Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne). Sie hoffe natürlich, dass nicht irgendwann noch «etwas Schlimmes» auftauche – Batterien etwa oder gar Industrieabfälle. Haudenschild unterstreicht aber, dass ein externes Büro und die Fachstelle Umwelt der Gemeinde seit mehr als 15 Jahren an der Rekultivierung arbeiten. Dies beinhalte «umfangreiche Überwachungen und aufwendige Massnahmen»: Bodenuntersuchungen, ein komplexes Entwässerungsnetz oder die Entsorgung von Sickerwasser. Eine Abdichtung aus Verbrennungsschlacke und Tonmehl soll verhindern, dass zu viel Oberflächenwasser in die Deponie gerät. 2006 hat die Rekultivierung begonnen. Der hintere Teil werde bereits wieder landwirtschaftlich genutzt. Das Ziel sei, dass dereinst über die ganze Fläche Gras wachse.

Auch eine politische Müllhalde

Es ist das Ende eines dreckigen Kapitels Könizer Politik. Bereits 1969 wurde im Gummersloch Haushaltskehricht entladen. «Aus den Augen, aus dem Sinn», habe man früher gedacht, sagt Haudenschild. «Aber das ist definitiv der falsche Weg. Es hat ein Umdenken stattgefunden.» Mit der Deponie werde nun auch eine politische Müllhalde zugemacht. In der Tat: In den Neunzigerjahren wurde das kleine Tal hinter dem Gurten gar zum Thema am Verwaltungsgericht und erhielt ein Dossier beim Bundesgericht: 1998 hatte dieses angeordnet, die Deponie endgültig aufzuheben und dass ab dem Jahr 2000 keine brennbaren Siedlungsabfälle mehr entsorgt werden dürfen. Die Gemeinde wehrte sich zunächst. Seit dem Jahr 2000 aber müssen Abfälle aus der Gemeinde Köniz verbrannt werden. Bis das Gummersloch in voraussichtlich zwei Jahren voll ist, werden hier nur noch Stoffe wie Bauschutt, Backsteine, Belag, Beton oder Ziegel entsorgt.

Ende 2017 soll die Rekultivierung abgeschlossen sein. Anschliessend wird das Areal für fünfzig Jahre in die Nachsorge gehen, wie es der Bund vorschreibt. Wie bisher müssen Abwasser und Grundwasser regelmässig untersucht werden. Zudem gehören Messungen der Deponiegase und Geruchsemissionen dazu.

Der Deckel auf die riesige Könizer Mülltonne wird alles in allem 8,6 Millionen Franken kosten. Die Finanzierung erfolgt aus den Einnahmen des Deponiebetriebs. Einen Teil hat der Gemeinderat bereits bewilligt, über den Rest, knapp drei Millionen, muss das Parlament am 19. August befinden. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Geschäft im Parlament durchkommt», sagt Haudenschild, der als «Biologin und naturverbundene Person» eines am besonders Herzen liege: den kommenden Generationen keine Lasten zu überlassen.

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