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Das Länggassquartier will sich wehren

Mit dem Umbau des Berner Bahnhofs soll der Verkehr auf der Schanzenstrasse beschränkt werden. Vertreter des Länggassquartiers befürchten Mehrverkehr.

Ab 2025 könnte die Schanzenstrasse zu Hauptverkehrszeiten für Autos gesperrt werden.
Ab 2025 könnte die Schanzenstrasse zu Hauptverkehrszeiten für Autos gesperrt werden.
Franziska  Rothenbühler

7000 Fussgängerinnen und Fussgänger überqueren den Fussgängerstreifen zwischen Hirschengraben und Bubenbergzentrum pro Stunde. Nach der Fertigstellung des grossen Umbaus des Bahnhofs Bern werden es gemäss Erwartungen der Stadt Bern 17'000 sein. Um den neuen Pendlerströmen gerecht zu werden, müssen verschiedene Verkehrsmassnahmen umgesetzt werden. Das Ziel ist eine Verringerung des motorisierten Individualverkehrs beim Bubenbergplatz um 50 Prozent.

Sperrzeiten auf der Brücke

Eine Projektgruppe der Stadt Bern hat erste Vorschläge erarbeitet, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Unter anderem schlägt die Stadt Sperrzeiten für den Verkehr im Umfeld des Bahnhofs vor.

So soll es nach der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs im Jahr 2025 für den motorisierten Individualverkehr zu den Hauptverkehrszeiten nicht mehr möglich sein, vom Bubenbergplatz und von der Laupenstrasse auf die Schanzenstrasse einzubiegen. Auch die Gegenrichtung wäre von der Sperrung betroffen. Dies sagt Simon Bühler, Gesamtprojektleiter Zukunft Bahnhof Bern beim Tiefbauamt der Stadt Bern. Immer befahrbar sollen hingegen die Verbindungen zwischen Laupenstrasse und Bubenbergplatz bleiben. Auch von der Stadtbachstrasse sollen die Autos immer in die Länggasse fahren können – und umgekehrt.

Die Quartierkommission Länggasse-Engehalbinsel kritisiert diese Vorschläge. Sie befürchtet, dass dadurch der Verkehr auf der Neubrückstrasse sowie auf der Achse Mittelstrasse/Bühlstrasse zunehmen werde und damit die Anwohnerschaft gestört werde. «Wir haben jahrelang den Lärm vom Bahnhofumbau, und zum Dessert bekommen wir den Mehrverkehr», wird Orrin Agoues, Präsident der Quartierkommission, auf der Website der Kommission zitiert.

Bevölkerung kann mitreden

Simon Bühler dementiert nicht, dass es zu gewissen Verdrängungen kommen könnte. Das Projektteam hat ein Prognose-Modell erstellt, um die Auswirkungen der geplanten Massnahmen abzuschätzen. Die Verlagerung wird laut Bühler vor allem die Stadtbachstrasse und die Neubrückstrasse betreffen.

Um eine Verschiebung des Autoverkehrs ins Länggassquartier zu verhindern, sollen Verkehrslenkungsmassnahmen die Fahrzeuge auf die Bremgartenstrasse und insbesondere auf die Autobahn leiten, so Bühler. «Das vorliegende Projekt muss die Bedürfnisse verschiedenster Nutzergruppen berücksichtigen und dabei auch dem Behindertengleichstellungsgesetz Rechnung tragen», sagt Bühler. Im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens ab Februar 2019 werden die Vorschläge der Bevölkerung zur Diskussion vorgelegt.

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