«Das ist immer ein bisschen eine Überraschung, was wir fördern»

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) erklärt die Verteilung der Kultur-Millionen.

«Wir möchten den internationalen Austausch verstärken»: Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL).

«Wir möchten den internationalen Austausch verstärken»: Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Bild: Adrian Moser

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Herr von Graffenried, künftig steht der Stadt deutlich mehr Geld zur Verfügung, um die städtische Kultur zu fördern. Was erhoffen Sie sich davon?
Ich hoffe, dass wir die richtigen Kulturprojekte fördern. Das ist ja immer ein bisschen eine Überraschung, weil wir Produktionen fördern, bevor wir sie gesehen haben. Man sieht erst bei der Produktion, was man gefördert hat. Wir setzen nun zum Beispiel auf Festivals und hoffen, dass sie erfolgreich sind, wie es etwa beim Buskers klappte. Ich erhoffe mir auch, dass das Lichtspiel in seiner Existenz gesichert wurde und dass wir die richtigen Anreize geben. Wir wünschen uns nicht zuletzt auch viele kulturelle Höhepunkte.

Das Theaterfestival Auawirleben bekommt deutlich mehr Subvention, weshalb?
Das Aua bekommt markant mehr Geld, das stimmt. Die freie Theaterszene ist in Bern sehr stark. Wir haben sehr gute Produktionen und Auftrittsmöglichkeiten, aber wir möchten den internationalen Austausch verstärken, der Szene eine bessere Möglichkeit geben, sich international zu vernetzen, und sie zusätzlich stimulieren. Das können wir über Festivals wie das Aua erreichen.

Auch die Grosse Halle gehört zu den Institutionen, die mehr Subvention erhalten, warum?
Die Grosse Halle hat sich in der Vergangenheit teils über kommerzielle Techno-Tanzveranstaltungen finanziert. Die neue Leitung der Grossen Halle findet, dass solche Veranstaltungen nicht so gut in das weitgehend nicht kommerzielle Umfeld der Reitschule passen. Darum entstand eine Finanzierungslücke, das sorgt für die Erhöhung der städtischen Förderung von 20000 Franken.

Sie wollen auch Kellerlokale mit einem neuen Kredit fördern. Steht dahinter die Idee, dass viele Keller brachliegen, oder jene der Kontinuität der Tradition?
Weder noch. Die Stadt will kulturelle Infrastrukturen unterstützen und so auch mehr Auftrittsmöglichkeiten für die freie Szene schaffen. Das hat etwa beim Schlachthaus-Theater sehr gut funktioniert. Wir wollen, dass solche Kulturräume vermehrt auch von Berner Nachwuchskünstlerinnen genutzt werden, für Gastspiele im Bereich Kleinkunst und Theater. Dafür bieten sich Kellertheater an.

Geht es auch darum, neue Kellerräume für Kultur zu ermöglichen?
Auch das ist nicht ausgeschlossen, aber darum geht es uns nicht. Ich finde grundsätzlich, ein Kulturkeller passt gut zur Altstadt. Aber auch Gastrobetriebe passen gut in die Kellerlokale, die sind stimmungsvoll. Die Keller sollen offen sein, sie machen einen Teil der Attraktivität der Altstadt aus. (Der Bund)

Erstellt: 06.12.2018, 18:25 Uhr

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