Das het vermuetlech im Paradies agfange

«Mundart»-Kolumnistin Renée Maria Bellafante hat Ansprüche an ihre Tanzpartner.

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Es passiert eim ja scho auergattig glungnigs Züg, we me schrybt. Itz han i doch en Yladig übercho für a ne Tanzalass. Auso, für i der Pouse öppis zur Ungerhautig byztrage. U wi s de so isch: Nach der Zuesag han i dänkt, mir spinns doch totau. Was han i mit Tanze z tüe, u was chönnt Lüt, wo tanze, intressiere, u vilech chunnt das ganz schreeg use u überhoupt u nei chumm, geits eigentlech no?

Aber när isch das äbe de o ne Useforderig zum Tanz, im wahrschte Sinn vom Wort, u überleisch mau, was d säuber so mit Tanz am Huet hesch. Afe mau – ufbräzle isch für mi Stress pur. Mi em ne vorgschribene Schritt ungerzieh ohni dummi Güügge geit o gar nid. Wär mit mir wett tanze, muess cheibe Sorg ha zu syne Füess.

Das wär afe mau gklärt. Aber süsch? Was chunnt mer no i Sinn? Aus ganz jung, zum Bischpiu. Jugendgruppe. Warte druf, dass «Monja» abgla wird. 45er-Platte. Wüsst Der no? Schniif! Schön langsams Tämpo zum äng Tanze mit em ne schnadige Partner.

Twist: Skandal! Unsittlech! Chasch nume lache über die Problem, wo me sech denn gmacht het. Speter ir Usbiudig öppe mau irgendwelchi Aläss, wo me i indische Schluder-Röck u Zoggeli oder bluttfuess zu Bob Dylan umetanzet isch, jede win er het wöue, d Arme i d Höchi, d Mähne gschüttlet u aui über di ganzi Tanzflechi wiud verteilt. Ds Gfüeu vo Freiheit.

De chunnt mer e Witz i Sinn, wo ne Staatspresidänt vo me ne Ggaffee produzierende Land sym Vouk e Reed het, wüu die z weni lifere u z viu tanze. Är steit auso häre u widerhout: «Liebi Lüt, merket nech, ds Motto für d Zuekunft isch: Meh Ggaffee, weniger Samba (più caffè, meno Samba!). Widerholet das mit mir: Più caffè, meno Samba, più caffè, meno Samba!» U ds Vouk – äbe ja, faat a d Hüfte z schwinge u z chlatsche, u der der Rhythmus passt.

U was mer o no so nes Biud isch bezüglech Tanz: Bi mau im ne Bärgdorf i de Ferie gsy u am Aabe es Spaziergängli go mache. Du bin i vor em ne Luxushotäu glandet mit Tanz-Saau, u da hesch vo usse chönne zueluege, wi nes euters Paar sech ganz allei uf der Tanzflechi bewegt. Är i re eierschalefarbige Kluft, si im ne wunderschöne blüemlete Chleid – so si die zwöi elegantissimi u liechtfüessig über ds Parkett gschwäbt, u i bi fasch nümm loscho vo däm Aablick. Troumhaft, o für ne Banause wi mi. Ds Entschwäbe vo der Realität, ds fäderliechte Wägflüge vo auem, was ds Läbe schwär macht.

Toll. Aber was han i itz eigentlech wöue säge? Vilech eifach, dass i ab au dene Gedanke zum Schluss bi cho, dass es doch eifach fägt, we me öppis het, wo eim i ne angeri Wäut versetzt. Zum Tanze ghört ja unweigerlech d Musig u der Gsang, u die ghöre zum Läbe.

Das het vermuetlech scho im Paradies agfange. Nume grad dekorativ umestah, bravi Gedanke wäuze u när en Öpfu ässe isch ja o chly öd gsy, dänk i mau. Drum het das sicher mit chly Summe agfange, u de het me nöime drufgchlöpferlet, u de hets afa i de Zäie gramüsele, u de ischs geng wyter, u irgendwenn het öpper afa Musig ufschrybe, u angeri hei se gläse u interpretiert, u no angeri hei derzue afa singe, u de sy no die cho, wo äbe derzue tanzet hei, u de hets no die ggä, wo das Ganze zur Perfektion bracht hei mit auergattig spezielle Tanzforme, u de no ds Ballett – u das isch ja mängisch eifach zum Gränne schön u irgendwo d Vouändig vo der schöne Syte vom Mönsch. U drum darf me vilech ganz guet mau chly weniger Ggaffe lifere u derfür meh abtanze, das würd em Ganze nume guet tue uf dere Wäut, u drum wird die Kolumne itz no grad zu re Gueti-Wünsch-Kolumne.

Ha gläse, dass es itz es Roboterli git, wo handgschribeni Briefe cha produziere, schnäu u fählerfrei, u das chunnt unerhört guet a bi de Lüt u gryft viu meh a ds Härz, u so ne Brief wird ender ufta u nes förderet der Verchouf.

Du, was sy mir afe für himutruuregi Cheibe? Schrybet doch säuber, gopf, u när singet mau wider u loset Musig u lüpfet ändleche ds Tanzbei, o we der nid chöit tanze, aber d Wäut cha nume besser wärde derdür – das säg i Nech, wo höchschtens d Chuchi mit SRF 1 rockt, itz eifach mau handschriftlech u us vouem Härz!

Der Bund

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