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Das Findelkind ist gross geworden

Vor 20 Jahren, am 31. Oktober 1991, wurde im Berner Ryffligässli ein Neugeborenes ausgesetzt. Stefan, das Findelkind, ist in einer Grossfamilie aufgewachsen - und rückt am Montag in die Rekrutenschule ein.

«Meiner Mutter würde ich heute offen und interessiert begegnen», sagt Stefan Hofmann, «ohne grosse Gefühle. Einfach so.»
«Meiner Mutter würde ich heute offen und interessiert begegnen», sagt Stefan Hofmann, «ohne grosse Gefühle. Einfach so.»
Valérie Chételat

Es war vor zwanzig Jahren, am 31. Oktober 1991, als Stefan aufgefunden wurde. Er lag in einem Puppentragkorb, in einer windgeschützten Nische im Berner Ryffligässli, im ersten Stock des Treppenhauses der Buchhandlung Stauffacher. Zwei amerikanische Studenten, die hier arbeiteten, wurden im Trubel des Abendverkaufs auf das Findelkind aufmerksam und avisierten die Polizei. Diese ersuchte die Bevölkerung dann um «sachdienliche Mitteilungen» zum «nur wenige Tage alten aufgefundenen Säugling». Das Kind sei «in guter körperlicher Verfassung», über seine Identität und seine Eltern lägen «zunächst keine Informationen vor».

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