Das Bundeszentrum gehört nach Bern

Wenn die Stadt Bern so sozial und progressiv ist, wie sie sich gerne sieht, darf das städtische Engagement nicht an diffusen Ängsten scheitern.

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Mit ihrem Entscheid, im Zieglerspital Flüchtlinge unterzubringen, setzt die Stadt Bern ein Zeichen. Während manche Gemeinden den Rechtsweg beschreiten, um keine Asylsuchenden aufnehmen zu müssen, bemühte sie sich aktiv um ein weiteres Asylzentrum. Die Stadt nimmt damit ihre Verantwortung als weltoffenes Zentrum wahr.

Gleichzeitig kommt ein temporäres Bundeszentrum im Zieglerspital für den Gemeinderat aber wohl nicht infrage – ebenso wenig wie ein festes Bundes­zentrum. Dies obschon kein Ort besser geeignet ist, eine grosse Anzahl von Flüchtlingen unterzubringen, als eine grössere Stadt. In Bern können die Flüchtlinge in einem Umfeld leben, das Migranten gegenüber positiv eingestellt ist: Eine Petition für die Asylunterkunft Zieglerspital unterschrieben innert weniger Tage 7500 Menschen. Zwar mag auch in Bern der eine oder andere Anwohner keine Freude haben an einem Zentrum. Doch wenn die Stadt Bern so sozial und progressiv ist, wie sie sich gerne sieht, darf das städtische Engagement nicht an diffusen Ängsten scheitern. Zumal die Erfahrung aus anderen Flüchtlingszentren lehrt, dass die Sorgen meist unbegründet sind. Ein temporäres Bundeszentrum zu erstellen, ist für die Stadt Pflicht.

In zehn Jahren wird das Zieglerspital einer Überbauung weichen. Eine lange Zeit, die Bern nutzen muss, um eine städtische Lösung für ein festes Bundeszentrum zu finden. Darauf zu warten, dass der Bund oder der Kanton eine passende Liegenschaft anbietet, reicht nicht aus. Bern und seine Einwohner sind in der Lage, neben den Durchgangszentren im Hochfeld und der Feuerwehrkaserne dauerhaft ein Bundeszentrum zu beherbergen. Dass andere Gemeinden die Stadt als Vorbild nehmen und sich ob des städtischen Engagements nicht einfach zurücklehnen, zeigt das Beispiel Köniz. Die Vorortgemeinde will bald ein eigenes Durchgangszentrum eröffnen. (Der Bund)

Erstellt: 11.09.2015, 07:06 Uhr

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