Das Alpine Museum rüstet sich für den Widerstand

Nach dem Entscheid des Bundesamts für Kultur, dem Alpinen Museum die Gelder zu kürzen, will das Museum nun auf sich aufmerksam machen.

Das Alpine Museum hofft auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung.<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser)</p>

Das Alpine Museum hofft auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung.

(Bild: Adrian Moser)

«Wir müssen auf verschiedenen Ebenen für die Zukunft unseres Hauses kämpfen, Allianzen schmieden und Mehrheiten finden», schreibt Beat Hächler, Direktor des Alpinen Museums, im neusten, am Wochenende erschienen Newsletter des Museums. Letzten Mittwoch hat das Bundesamt für Kultur (BAK) entschieden, das Alpine Museum statt mit einer Million künftig nur noch mit 250 000 Franken pro Jahr zu unterstützen.

Das Museum ist nun daran, sich gegen den Entscheid zu wehren. Es will mit verschiedenen Mitteln auf sich und seine prekäre Situation aufmerksam machen: Ab dem 8. August organisiert das Museum quasi einen Widerstands-Club. Jeden Dienstagmittag lädt die Museumsleitung ins Restaurant «Las alps», um über Fortschritte der Zukunftsplanung zu informieren, wie Hächler schreibt.

Im verschickten Newsletter wird die Leserschaft aufgefordert, Leserbriefe zu schreiben. Auf ihrer Website sucht das Museum-Team nach Gönnerinnen und Gönnern. Die Planung geht offenbar auf, denn auf sozialen Medien machen sich die Leute bereits stark für die Institution: «Crowdfunding? Ich verstehe diesen BAK-Entscheid nicht. Traurig sowas!», schreibt eine Userin auf Facebook. Beim Alpinen Museum ist man froh über die Unterstützung aus der Bevölkerung: «E-Mails erreichen uns nicht nur aus der Schweiz, sondern aus halb Europa», schreibt Hächler.

Auch Parlamentarier wollen aktiv werden

Nicht nur Hächler vom Alpinen Museum ist entrüstet über den Entscheid des Bundesamtes für Kultur. Auch Hans Ulrich Glarner, Leiter des Amtes für Kultur des Kantons Bern, ist betroffen. «Das Thema alpiner Lebensraum und seine Zukunft ist eine existenzielle Frage für die Schweiz», sagte er in einem Interview gegenüber dem «Bund». Ebenfalls in einem ausserordentlichen Newsletter machte Glarner auf die wichtige Rolle des Alpinen Museums in der Schweiz aufmerksam. «Ich traue es den Verantwortlichen des BAK zu, dass sie nochmals über die Bücher gehen, wenn sie sich der Tragweite ihres Entscheids gewahr werden», schreibt er.

Auch Parlamentarier im Bundeshaus haben bereits angekündigt, politisch aktiv zu werden und sich gegen den Entscheids des BAK zu wehren.

Grund für die finanziellen Probleme des Alpinen Museums ist ein Entscheid des Bundes. Bisher haben Bundesrat und Parlament darüber entschieden, welche Museen Bundesgelder erhalten. Mit der neuen Kulturbotschaft 2016–2020, die das Parlament verabschiedet hat, gelten neue Kriterien. Diese hat das BAK nun erstmals angewendet (der «Bund» berichtete).

DerBund.ch/Newsnet

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