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Cuba-Bar-Knatsch weckt Erinnerungen an Sous-Soul-Schliessung

Die Lärmbeschwerden gegen das Latinolokal könnten fatale Folgen haben.

Samuel Güven ist zuversichtlich, dass die Cuba-Bar nicht werde schliessen müssen.
Samuel Güven ist zuversichtlich, dass die Cuba-Bar nicht werde schliessen müssen.
Alessandro della Valle, Keystone

Seit 15 Jahren ist die Cuba Bar ein fester Bestandteil des Berner Nachtlebens. Auch viele Partygänger, die Rum nicht vertragen und mit Salsa nichts am Hut haben, sind schon mindestens einmal in das Latinolokal eingekehrt. Denn auf die Bar am Kornhausplatz ist dank täglicher langer Öffnungszeiten fast immer Verlass, wenn andere Lokale geschlossen haben.

Doch nicht alle stehen der Cuba-Bar wohlwollend gegenüber. Laut «20 Minuten» ist zwischen ihr und einer neuen Anwohnerin ein Streit entbrannt. «Die Frau ist im Sommer eingezogen», sagt Samuel Güven, Inhaber der Cuba-Bar. Zunächst habe sie sich in einem Brief über Lärm beschwert. «Als ich mit ihr eine Lösung suchen wollte, hat sie sich geweigert, mich zu treffen», sagt Güven. Seither habe sie bei der Hausverwaltung reklamiert und mehrmals die Polizei gerufen. Sie habe behauptet, die Bar würde nicht rechtzeitig aufräumen und schliessen. «Als die Polizei kam, waren die Lichter gelöscht und die Gäste schon lange weg», sagt Güven. «Wir halten uns an die Regeln.»

Dies bestätigt auch Norbert Esseiva, Leiter der städtischen Orts- und Gewerbepolizei. «Wir haben seit etwa einem Jahr keine Probleme mit der Cuba-Bar gehabt.» Die Betreiber würden sich an die Regeln halten – auch an das zeitgerechte Wegräumen der Aussenbestuhlung. Bedingungen wie ein Security-Konzept und eine Dezibellimite seien vom Lokal, das auch an Wochentagen erst um 3.30 Uhr schliesst, erfüllt worden. «Reklamationen nehmen wir selbstverständlich ernst», sagt Esseiva. «Aber einzelne Lokale sind nicht alleine für den feststellbaren Lärm am Kornhausplatz verantwortlich.» Auf dem Platz sei es nämlich ohnehin laut. «Mit mehreren Lokalen und Haltestellen ist der Kornhausplatz ein Knotenpunkt des Berner Nachtlebens.»

Laut Ramona Mock, Sprecherin der Kantonspolizei, sei es gerade deswegen schwer, Lärmbeschwerden auf die Gäste der Cuba-Bar oder eines anderen einzelnen Lokals zurückzuführen. «Auf dem Kornhausplatz sind generell, auch nachts, viele Menschen.» Zu einzelnen Polizeieinsätzen oder Meldungen von Ruhestörungen könne sie aus Datenschutzgründen keine Angaben machen. Die betroffene Anwohnerin hatte bis Redaktionsschluss auf die Anfragen des «Bund» nicht reagiert.

«Bei weitem kein Einzelfall»

Auch Samuel Güven verweist auf die anderen spätnächtlichen Treffpunkte am Kornhausplatz – auf den McDonald’s und den Kornhauskeller etwa. «Wir sind nicht für den ganzen Platz verantwortlich», sagt er. Trotzdem macht er sich auf einen längeren Kampf gefasst. «Die Nachbarin will systematisch vorgehen, damit wir schliessen müssen.» Güven erinnert an den Fall der Bar Sous-Soul an der Junkerngasse, die 2011 nach langjähriger Beschwerden zweier Anwohner zumachen musste. Öffentliche Kampagnen für das Überleben des Sous-Soul und gegen die Beschwerdeführerin, eine Frau Müller, blieben erfolglos. «Die Schikanen unserer Nachbarin sind genau gleich», sagt Güven.

Nach dem Ende des Sous-Souls wurde der Verein Pro Nachtleben Bern gegründet. Mitinitiant war Tom Berger, heute jungfreisinniges Mitglied des Berner Stadtrats. «Es ist unbestritten, dass sich Lokale wie die Cuba-Bar an gewisse Regeln zu halten haben», sagt er. «Es kann aber nicht sein, dass jemand ins Zentrum der Bundesstadt zieht, um sich dann zu wundern, dass hier gelebt wird.» Berger kann sich nicht vorstellen, dass die Cuba-Bar gegen die Vorschriften verstossen habe – «sonst hätte sie ihre Bewilligung längst verloren». Dennoch bangt er um die Zukunft des Lokals. Gesetze auf allen Ebenen würden individuelle Beschwerdeführer auch gegen etablierte Lokale bevorteilen. «Das sind Leute, die erwarten, dass sich ihr gesamtes Umfeld an sie anpasst.» Sein Verein versuche seit Jahren, die Gesetzeslage zu ändern. «Leider ist die Cuba-Bar bei weitem kein Einzelfall.»

Samuel Güven ist zuversichtlich, dass die Cuba-Bar nicht dasselbe Schicksal wie das Sous-Soul ereilt. «Das ist ein Rechtsstaat», sagt er. «Und wir haben nichts Illegales gemacht.»

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