Catwalk durch die Altstadt

An der sechsten Berner Open-Air-Modeschau «Loufmeter» zeigten bekannte und neue Berner Designer und Designerinnen ihre Kollektionen.

Auch die Münstergasse diente als Laufsteg. Im Vordergrund defilieren die Models von Debora Rentsch, gefolgt von Claudia Güdels Mode und dem Label Pamb.

Auch die Münstergasse diente als Laufsteg. Im Vordergrund defilieren die Models von Debora Rentsch, gefolgt von Claudia Güdels Mode und dem Label Pamb. Bild: nj

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Schlag zwei beginnt die Musik und die allesamt schön gekleideten Männer und Frauen defilieren über den roten Teppich auf dem Berner Kornhausplatz. Dreimal geht jedes Model die kurze Strecke am Publikum vorbei. Nach ein paar Minuten packen die Musiker ihre elektronischen Instrumente auf einen Wagen und der Trupp zieht zusammen mit den Models Richtung Münstergasse.

Am Samstagnachmittag fand zum sechsten Mal die Open-Air-Modeschau «Loufmeter» in der Berner Altstadt statt. Sieben Designerinnen und ein Designer zeigten ihre aktuellen Kollektionen. Bis auf eine sind sie alle in der Stadt und der Region Bern tätig. Adrian Reber, Debora Rentsch, Sabine Portenier sowie Nicole Verbeek und Evelyne Pfeffer von Pamb waren denn auch nicht zum ersten Mal mit von Partie.

Gast aus Basel

Zum ersten Mal dabei ist aber Claudia Güdel aus Basel. Sie nimmt als Gast an der Berner Fashionshow teil. Ihre Kleider müssten vor allem praktisch sein, sagte die Designerin. Im besten Fall ziehe man ein Kleidungsstück am Morgen an und sei bis am Abend spät passend gekleidet. «Man kann darin Velo fahren machen, ans Meeting oder zum Date gehen.» Eine eierlegende Wollmilchsau unter den Kleidungsstücken also?

«Nein, eher eine zweite Haut, in der man sich selbst sein kann.» Etwa so wie der schwarze sommerliche Hosenanzug, den ein dunkelhäutiges Model trägt. Er umschmeichelt den Körper in weichen, eleganten Falten und wirkt zugleich luftig leicht. «Darin kann man jederzeit den Spagat machen», sagt Güdel. Und wenn man sich an der Party mit Salatsauce bekleckere lasse sich der Stoff leicht auswaschen und trockne sofort.

Und wie erlebt die Baslerin die Berner Modeschau? Sie sei ein schöner Anlass für die Stadt Bern, wie auch für die Berner Modeszene. Ausserhalb von Bern kenne man die Show zwar, doch sei sie für die Schweizer Szene nicht besonders wichtig. Für die Berner Designerinnen und Designer hingegen schon. Sie würden dadurch unterstützt. Etwa Sandra Soltermann. Sie macht zum ersten Mal beim «Loufmeter» mit. Ihr Label etris für nachhaltige Mode hat sie vor knapp zwei Jahren gegründet. «Der Bund» berichtete über sie.

Newcomerin als Wabern

Oder Tabitha Wermuth. Sie ist der dritte Neuling am «Loufmeter». Für die 29-jährige ist es gar die erste Modeschau, an der sie ihre Kleider zeigt. In Wabern entwirft und näht die ausgebildete Schneiderin ihre Stücke. Auch sie hat ihr Label erst vor zwei Jahren gegründet. Ihre Mode bezeichnet sie selbst als minimalistisch und zeitlos. Darum werde die Kollektion nicht jedes Jahr von Grund auf neu entworfen, sondern um Stücke ergänzt. «So kann man mit einem neuen Teil gleich mehrere neue Outfits kombinieren», erklärt Wermuth. Ihre Models tragen silberne Sandalen und hochwertige, ökologisch produzierte Stoffe in dezenten Farben. Die Kleider sind schmal und geometrisch geschnitten. Sie erinnern ein wenig an die 1960er Jahre. Oder doch eher an die 90er?

Und was zeichnet Berner Mode aus? «Sie ist zurückhaltender, als vielleicht die Zürcher Mode», sagt Wermuth. Doch dann schaut sie sich kurz im Kornhausforum um, wo alle Designer ihre Werke zum Verkauf anbieten und lächelt scheu. «Das stimmt wohl nicht», sagt sie und zeigt auf die bunte Strick- und Häckelmode für Männer von Adrian Reber, die zum Teil dramatischen Kleider in leuchtenden Stoffen von Pamb oder die ethnologisch angehauchten Outfits von Debora Rentsch. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.05.2018, 17:49 Uhr

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