Zum Hauptinhalt springen

Campus soll ein Leuchtturm werden

Der neue Campus in Bern soll die Attraktivität der Berner Fachhochschule für Studierende und Dozierende steigern. Den Betroffenen steht ein gigantischer Umzug bevor.

Das Areal beim Weyermannshaus ist eingeklemmt zwischen Eisenbahngleisen und dem Autobahnviadukt.
Das Areal beim Weyermannshaus ist eingeklemmt zwischen Eisenbahngleisen und dem Autobahnviadukt.
Beat Mathys

Wer an die Universität Bern denkt, sieht das Hauptgebäude beim Bahnhof Bern vor sich. Wer dagegen an die Berner Fachhochschule (BFH) denkt, dem fehlt ein solches Bild. Die 36 Standorte verteilen sich auf 5 Gemeinden. Das ist ein Wettbewerbsnachteil für die Berner Fachhochschule, die im Konkurrenzkampf mit anderen Fachhochschulen in der Schweiz steht. 2016 und 2017 wollten erstmals mehr Berner Studierende an Fachhochschulen in anderen Kantonen studieren als umgekehrt.

Künftig sollen es noch ein Standort in Biel und drei in Bern sein. Eine Trendwende erhofft sich der Rektor der BFH, Herbert Binggeli, vom neuen grossen Campus in Bern, dessen Architekturprojekt er am Montag zusammen mit Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) präsentierte. Durch die räumliche Konzentration sollen laut Binggeli fächerübergreifende Module künftig auch ausserhalb der Semesterferien möglich sein. Diese würden immer wichtiger.

Das Siegerprojekt stammt von einem Planerteam unter der Leitung der Wulf Architekten GmbH aus Stuttgart. Kantonsbaumeister Angelo Cioppi erhofft sich davon nicht nur einen Campus, der betrieblich funktioniert, sondern auch einen Leuchtturm, welcher der Schule eine neue Identität gibt. Neuhaus beschreibt den Campus als «grüne Oase in der Industriewüste». Das Areal im Stadtberner Quartier Ausserholligen befindet sich eingeklemmt zwischen Eisenbahngleisen und Autobahnviadukt (Text Mitte rechts).

Für die Berner Fachhochschule wird der Umzug in den neuen Campus in dieser Dimension ein Novum sein. Zwar gab es in der Vergangenheit auch schon Umzüge einzelner Fachbereiche. Aber so einen grossen Standort habe man vorher noch nie bezogen, sagt Elisabeth Hasler, Kommunikationsleiterin der BFH. «Das ist eine Riesenkiste.» Man werde von den Erfahrungen mit dem Campus Biel profitieren, der sich bereits im Bau befindet. Dort ist der Bezug im Jahr 2022 geplant. Man wolle in Bern die Semesterferien für die Umzüge nutzen, sagt Hasler. «Wie genau die Umzüge dann gestaffelt werden, müssen wir akribisch planen.» Neben den Unterrichtsräumen sind auch Büros und Labors vom Umzug betroffen.

Kunstdepartement erfreut

Neben der BFH betrifft der Umzug auch die organisatorisch unabhängige «Lädere», also die Technische Fachschule Bern. Besonders anspruchsvoll ist der Umzug der Werkstätten. Direktor Matthias Zurbuchen sagt, dass man den Umzug nach Burgdorf als Chance wahrnehme. Man sei in der Region Emmental-Oberaargau näher bei der Industrie. Ausserdem werde man statt der zwei Standorte in Bern dann nur noch einen haben und so Synergien nutzen können. «Einige werden ab 2026 einen längeren Arbeitsweg haben und andere einen kürzeren.»

Zum Vergrössern der Tabelle draufklicken.
Zum Vergrössern der Tabelle draufklicken.

Die Hochschule der Künste Bern (HKB) ist heute auf acht Standorte in der Stadt Bern und zwei in Biel verteilt. Nach dem Umzug 2026 wird die HKB in Bern nur noch im neuen Campus sowie an zwei Standorten in unmittelbarer Nähe sein. In Biel verschwindet einer der beiden Standorte. Christian Pauli, Leiter Kommunikation der HKB, begrüsst den Umzug sehr: «Jetzt sind wir am östlichen und am westlichen Rand von Bern verteilt. Künftig wird die physische Nähe den Austausch von Studierenden und Dozierenden in Bern verbessern.» Der Standort Biel bleibt erhalten, weil er wichtig wegen der Nähe zur Sprachgrenze sei, so Pauli. Das Schweizerische Literaturinstitut in Biel ist zweisprachig.

Der Wunsch nach einer Standortkonzentration ist nicht neu. Die Diskussion um die Konzentration der BFH begann schon vor etwa zehn Jahren und führte zu zähem Ringen im Grossen Rat. Für den Campus Bern rechnet der Kanton mit Kosten von 364 Millionen und für Biel mit Kosten von 233 Millionen Franken.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch