Burger wollen 60 Millionen ins Kultur-Casino investieren

Während die Stadt Bern bei der Stadttheater-Sanierung Sparsamkeit demonstriert, richtet die Burgergemeinde beim Kultur-Casino gross an.

60 Millionen Franken will die Burgergemeinde für die Sanierung des Kultur-Casinos aufwerfen.

60 Millionen Franken will die Burgergemeinde für die Sanierung des Kultur-Casinos aufwerfen.

(Bild: Martin Guggisberg)

Christoph Lenz@lenzchristoph

In wenigen Monaten übernehmen die Bauarbeiter das Berner Stadttheater. Nun konkretisieren sich auch die Gerüchte über die anstehende Sanierung des zweiten grossen Kulturhauses in der Altstadt, des Kultur-Casinos der Burgergemeinde Bern. Rund 60 Millionen Franken will die Burgergemeinde in ihr prunkvolles Gebäude am Casinoplatz investieren. Dies geht aus den Ausschreibungsunterlagen hervor, welche die Burgergemeinde gestern veröffentlicht hat. Die Sanierungsarbeiten sollen im Zeitraum zwischen Sommer 2017 und Sommer 2019 stattfinden.

Ziel der zweijährigen Bauübung ist es gemäss Grobkonzept, «das Kultur-Casino als attraktiven Standort für Kultur und Gastronomie aufzuwerten». Bislang war das Verpflegungsangebot für Konzertbesucher eher bescheiden. Das Restaurant richtete seine Betriebszeiten nicht immer nach den Spielzeiten im Konzertsaal aus. Auch in der Pause waren die Imbissmöglichkeiten teils unzureichend.

Tunnel zum Casinoparking

Mit der nun anstehenden Sanierung will die Burgergemeinde diese Defizite beheben. So soll ein spezielles Angebot im Bereich der Konzertgastronomie geschaffen werden, wie es in einem Grundlagenpapier heisst, das dem «Bund» vorliegt. Weiter strebt die Burgergemeinde die Etablierung einer erstklassigen Bankettgastronomie an. Das Kultur Casino soll dank moderner Infrastruktur «eine Topadresse für Feste, Feiern und Bankette werden». Teil des Gastro-Konzepts ist auch eine stärkere Fokussierung der unterschiedlichen Angebote auf Zielgruppen. Der Bereich Café-Bar und Lounge richtet sich demnach künftig unter anderem auf «young and beautiful people», lokale VIPs, Trendsetter und Politiker aus. Zur Hauptzielgruppe im Restaurant zählen trendorientierte und wertbewusste Überdreissigjährige.

Die Bausubstanz des denkmalgeschützten Kultur-Casinos ist dank «regelmässigen Renovationen und Instandstellungsarbeiten» intakt. Ersetzt werden ab 2017 vorab die technischen Installationen, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind, wie es im Konzept heisst. Diese Einzelprojekte machen denn auch einen Grossteil der budgetierten Kosten aus. Allein die Gesamterneuerung der Lüftungsanlagen kostet rund 10 Millionen Franken. Mit weiteren 3 Millionen Franken rechnet die Burgergemeinde für die neue Bestuhlung und Sitzordnung im Saal sowie in den Galerien.

Extravagant mutet die geplante unterirdische Verbindung zwischen Kultur-Casino und Casinoparking an. Der Tunnel, der mit dem Auto anreisenden Besuchern ermöglicht, rasch und diskret ins Casino zu gelangen, kostet gemäss Voranschlag 2,6 Millionen Franken. Voraussetzung für die Sanierung ist die Kreditbewilligung durch die Burgergemeinde. Das letzte Wort hat das Burgervolk: Es soll Ende 2014 über das Projekt befinden.

Der Bund

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